Viele haben Kinderwunsch!

Die Generali Familienstudie

(02.06.2026) Während in Österreich immer wieder über sinkende Geburtenzahlen, steigende Lebenshaltungskosten und die Herausforderungen des Familienalltags diskutiert wird, zeichnet eine neue Familienstudie der Generali Versicherung ein überraschend positives Bild. Die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind demnach so gut wie selten zuvor – und auch der Wunsch nach einer eigenen Familie bleibt bei jungen Erwachsenen ungebrochen.

Familienleben spielt sich vor allem im Alltag ab

Die repräsentative Generali-Familienstudie 2026 zeigt, dass Nähe in österreichischen Familien vor allem durch gemeinsame Alltagsmomente entsteht. Besonders häufig kommen Familien beim Essen zusammen. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, täglich gemeinsam zu essen, weitere 32 Prozent tun dies mehrmals pro Woche.

Auch Gespräche spielen eine wichtige Rolle. Fast zwei Drittel der Familien nehmen sich mehrmals pro Woche oder sogar täglich Zeit für den Austausch miteinander. Bewusst geplante Familienzeit ohne Ablenkung durch Smartphones oder andere digitale Geräte bleibt hingegen eher die Ausnahme.

Nur 17 Prozent verbringen täglich sogenannte „Quality Time“ ohne Handy. Gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Spielen, Ausflüge oder Fernsehabende finden ebenfalls deutlich seltener statt.

Eltern bewerten Beziehung zu ihren Kindern sehr positiv

Trotz der Herausforderungen des modernen Familienalltags fällt das Urteil der Eltern eindeutig aus. Rund 80 Prozent bewerten die Beziehung zu ihren Kindern als ausgezeichnet oder sehr gut.

Die Ergebnisse zeigen, dass stabile Familienstrukturen und persönliche Beziehungen nach wie vor einen hohen Stellenwert in Österreich haben. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung scheint das direkte Miteinander für viele Familien besonders wichtig zu bleiben.

Zimmerchaos und Smartphones sorgen für Streit

Ganz ohne Konflikte geht es allerdings auch in den harmonischsten Familien nicht. Die häufigsten Streitthemen sind laut Studie erstaunlich alltäglich.

Für knapp die Hälfte der Eltern steht Unordnung beziehungsweise das berühmte Zimmerchaos an erster Stelle der Konfliktliste. Dahinter folgen Diskussionen über Smartphone- und Internetnutzung. Rund 28 Prozent nennen digitale Medien als häufigsten Streitpunkt.

Auch Kaufwünsche, schulische Leistungen und Regeln im Zusammenleben sorgen regelmäßig für Diskussionen zwischen Eltern und Kindern.

Interessant dabei: Jugendliche sehen die Situation ähnlich. Auch bei den 16- bis 20-Jährigen gelten Aufräumen und Smartphone-Nutzung als die größten Auslöser für Konflikte innerhalb der Familie.

Kinderwunsch bleibt in Österreich hoch

Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse beim Thema Familienplanung. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender Lebenshaltungskosten wünschen sich viele junge Menschen weiterhin eigene Kinder.

Insgesamt geben 59 Prozent der 16- bis 40-Jährigen an, dass sie sich eine eigene Familie wünschen. Besonders ausgeprägt ist der Kinderwunsch bei den 21- bis 30-Jährigen. In dieser Altersgruppe liegt der Anteil sogar bei 65 Prozent.

Gleichzeitig sind 78 Prozent der Befragten überzeugt, dass Kinder das Leben bereichern und für viele Menschen erst vollständig machen.

Österreich wird als kinderfreundlich wahrgenommen

Auch das gesellschaftliche Umfeld wird überwiegend positiv bewertet. Fast zwei Drittel der Befragten sehen Österreich als kinderfreundliche Gesellschaft.

Die Ergebnisse stehen in einem interessanten Kontrast zu den aktuellen demografischen Entwicklungen. Laut Statistik Austria liegt die Geburtenrate seit Jahren unter dem Niveau, das für eine stabile Bevölkerungsentwicklung notwendig wäre. Experten sehen dafür vor allem finanzielle Belastungen, Wohnkosten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Gründe.

Die neue Studie deutet jedoch darauf hin, dass der Wunsch nach Familie und Kindern weiterhin stark verankert ist – selbst wenn die tatsächliche Umsetzung für viele Menschen schwieriger geworden ist.

Familien bleiben wichtiger Anker im Alltag

Die Generali sieht die Ergebnisse als Zeichen dafür, dass Familie für die meisten Menschen in Österreich weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Trotz Smartphone-Diskussionen, Alltagsstress und Zeitmangel bleibt das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern überwiegend positiv.

Die Studie basiert auf einer österreichweit repräsentativen Befragung von 1.041 Personen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren und zeigt: Gemeinsame Zeit entsteht oft ganz nebenbei – ihre Bedeutung für das Familienleben ist aber größer denn je.

(fd/Generali Familienstudie 2026, wissma Marktforschung)

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