Kleinere Kindergartengruppen!

Reform in Wien

(19.06.2026) In den Wiener Kindergärten wird die Gruppengröße reduziert. Sie soll sukzessive um bis zu drei Kinder verringert werden. Das ist Teil eines Maßnahmenpakets, das Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) am Freitag verkündet hat. Weiters ist geplant, "Sprachcluster" aufzubrechen. Künftig wird es nicht mehr möglich sein, dass Kinder in einer Gruppe mehrheitlich eine gemeinsame Sprache sprechen, die nicht Deutsch ist. Auch Eltern werden verstärkt in die Pflicht genommen.

Laut Emmerling fußt die Reform auf einer Umfrage in städtischen und privaten elementarpädagogischen Einrichtungen. An dieser haben rund 2.500 Personen, darunter Pädagoginnen und Pädagogen oder Assistenzkräfte, teilgenommen. Personalmangel und Gruppengröße wurden dabei laut Emmerling als starke Belastungsquellen genannt. Entsprechend oft zu hören war die Forderung nach einer Reduktion der Anzahl der Kinder.

Reduktion um bis zu drei Kinder

Die soll nun kommen. "Wir schaffen kleinere Gruppen", versprach die Ressortchefin. Die Gruppengröße wird von 25 um zwei oder drei Kinder reduziert, je nachdem, ob es sich um eine Familiengruppe oder eine "normale" Gruppe handelt. Realisieren will man das innerhalb von zehn Jahren. Der Start erfolgt 2028. Laut Emmerling sollen Personalmaßnahmen sicherstellen, dass ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorhanden sind, um die Reduktion zu stemmen.

Wie viele Gruppen es künftig mehr geben wird, könne man jedoch noch nicht genau sagen, da die Anmeldezahlen nicht konstant seien, wurde betont. Emmerling zeigte sich jedenfalls zuversichtlich, dass das Vorhaben umgesetzt werden kann. Auch die Mittel dafür soll es geben. Sie verwies darauf, dass aufgrund des zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres, das 2027 kommt, derzeit Budgetverhandlungen mit dem Bund laufen.

Mehr Sprach-Durchmischung

Im Bereich der Deutschförderung wird ebenfalls angesetzt. Geplant ist eine Durchmischung der Alltagssprachen. Zuletzt gab es laut Emmerling Gruppen, in denen von 25 Kindern 18 eine gemeinsame Sprache gesprochen haben, die jedoch nicht Deutsch war. In Zukunft darf der Anteil einer Fremdsprache nur mehr höchstens ein Fünftel betragen.

Laut der Stadträtin soll bereits bei der Anmeldung bzw. Einrichtung der Gruppen die entsprechende Durchmischung berücksichtigt werden. Sollte sich das an einem Standort nicht ausgehen, wird die Kindergartenabteilung der Stadt (MA 11) dies als Mangel feststellen und Lösungen erarbeiten, kündigte Emmerling an.

Auf bestehende Zusammensetzungen soll sich diese Regelung noch nicht auswirken. "Kein Kind muss seine Gruppe verlassen", bekräftigte Emmerling. Zusätzlich wird auch die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sprachenbereich verpflichtend.

Verpflichtung für Eltern

Für Eltern gibt es ebenfalls eine neue Vorschrift. Denn in der Umfrage wurde auch der Wunsch nach einer verstärkten Mitarbeit der Eltern artikuliert. Das jährliche Entwicklungsgespräch mit den Pädagoginnen und Pädagogen wird für sie nun zur Pflicht. Der Kindergarten kann auch ein zweites einfordern, sofern dies für die Entwicklung des Kindes als notwendig erachtet wird.

Neu geschaffen wird weiters eine Konzeptionswoche für das Personal, wie SPÖ-Gemeinderätin Astrid Pany ausführte. Stattfinden werden diese Ende des Sommers. In dieser Zeit soll unter anderem das kommende pädagogische Jahr vorbereitet werden. Die Kindergärten sind währenddessen geschlossen.

Die Konzeptionsphase findet jedoch nicht überall gleichzeitig statt, hob Pany hervor. Gedacht ist, sie alternierend in den letzten beiden Schulferien-Wochen durchzuführen. Eltern mit Betreuungsbedarf sollen bei Bedarf einen Platz für ihre Sprösslinge an einem in der Nähe gelegenen Standort erhalten.

(APA/JuF)

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