Klimakleber-Prozess
Letzte Generation übt Kritik
(27.03.2026) Die Aktivisten der Letzten Generation stehen aktuell vor Gericht. Am Donnerstag, dem 4. Prozesstag, finden sich sieben Mitglieder auf der Anklagebank, unter ihnen Studenten und auch ein Pensionist. Was verhandelt wird: der Protest vor dem Parlament, der Protest auf der A2, ein Farbprotest in einem Supermarkt und - besonders brisant - der Vorfall, bei dem Hundekot an die ÖVP-Parteizentrale geschmiert wurde. Laila Fuisz und Anja Windl hatten die Aktion damals anlässlich der ÖVP-Ankündigung, mit der FPÖ Koalitionsverhandlungen führen zu wollen, durchgeführt.
"Ich bereue nichts"
Die Aktivistin Alfra Porsche zeigt vor Gericht keine Reue für ihre Taten. Sie klebte sich im November 2023 mit Sand und Sekundenkleber auf die A2. Außerdem filmte sie den Kot-Protest vor der ÖVP-Parteizentrale mit. Das hat jetzt ein Nachspiel: Sie soll dafür als Mittäterin belangt werden. Ob das bloße Filmen eines Protestes strafbar ist, soll während der Verhandlung geklärt werden, jedenfalls wird dessen Kriminalisierung stark kritisiert. Porsche meint angesichts der Anschuldigungen: „Ich bereue nichts. Unsere Regierung hat 2023 härtere Strafen gegen Klimaproteste angekündigt - die übrigens nie gekommen sind –, auch das war, genau wie die vielen Versprechungen zum Klimaschutz, nur leeres Bla Bla."
Starke Kritik an der ÖVP
Alfra Porsche äußert auch starke Kritik an der ÖVP. Was sie unendlich wütend mache, sei, dass Bundeskanzler Christian Stocker die wahre Gefahr der Klimakrise nicht mehr miterleben würde. Sie allerdings, würde die Nahrungsmittelknappheit und Wassernot hautnah erleben. „Kanzler Stocker hinterlässt der jungen Generation einen stinkenden Haufen Scheiße und stirbt dann friedlich weg. Das ist so ungerecht!“, beschwert sich Porsche vor Gericht. Auch Fuisz verurteilt die Volkspartei scharf: „Ich sitze auf der Anklagebank, weil ich nicht tatenlos zugesehen habe. Die ÖVP sitzt immer noch auf der Regierungsbank. So etwas darf es in einer Demokratie nicht geben. Friedlicher Widerstand gegen Faschismus ist keine Straftat, es ist unsere verfassungsmäßige Pflicht.“ An den Bundeskanzler richtet sie die Worte: „Herr Stocker, es tut mir absolut nicht leid! Ihnen sollte es leid tun, dass sie bereitwillig mit Faschisten zusammenarbeiten wollten!“
(AD)