Laufräder im Test: Naja
Ein Viertel fällt durch
(08.07.2026) Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat Laufräder für Kinder einem Qualitätstest unterzogen. Zwei der acht unter Beiziehung eines Sachverständigen geprüften Produkte fielen komplett durch - eines, weil es sich nicht ohne zusätzlichen Werkzeugeinsatz zusammenbauen ließ, das andere, weil beim Belastungstest die Achse brach. Auch das Zeugnis für den Rest ist durchwachsen: Je zweimal wurden die Noten "sehr gut", "gut" und "befriedigend" vergeben.
Die Produkte richten sich an Kinder ab eineinhalb oder zwei Jahren. Der Preis der getesteten Räder lag zwischen 35,20 und 89,99 Euro. Das günstigste Produkt schnitt mit "gut" ab, das teuerste mit "sehr gut" - das nur um 9 Cent billigere zweitteuerste Produkt allerdings mit "nicht genügend". Grund für den "Fleck" war in diesem Fall, dass sich das Rad erst nach einer Nachbearbeitung des Rahmens mit Säge und Feile zusammenbauen ließ.
Felge brach am Laufband
Die Belastungssicherheit wurde auf einem Laufband getestet, auf dem die Räder eine Stunde lang mit 50 Kilo beladen liefen. Eines konnte danach nicht mehr weiter überprüft werden, weil die Felge der vorderen Achse brach - das hatte ein "nicht genügend" als Gesamtnote zur Folge.
Auch die Fallprobe - hier wird das Laufrad 50 Mal in jede Richtung zu Fall gebracht und danach auf die dadurch entstandenen Schäden untersucht - überstanden nicht alle Produkte: Während bei sieben Rädern minimale Schäden am Rahmen festgestellt wurden, löste sich beim achten der Gummi der Lenkstangenabdeckung und das Eisen des Lenkers kam zum Vorschein, was zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führt.
Auf passende Größe achten
Experten raten, beim Kauf eines Laufrads auf die passende Größe zu achten: Das Kind muss im Sitzen mit beiden Fußsohlen komplett den Boden berühren und die Knie leicht beugen können. Zudem sollte das Laufrad nicht mehr als 30 Prozent des Körpergewichts des Kindes wiegen. Die Griffe sollten an den Außenseiten dicke Prallschützer aus Gummi haben, versenkte Schrauben und abgedeckte Achsen reduzieren das Verletzungsrisiko.
Sattel und Lenker sollten "mitwachsen" können, also stufenlos verstellbar sein. Für ungeübte Kinder sind Gummireifen besser geeignet, mit steigender Erfahrung und, wenn das Rad auch auf Schotter- oder Waldwegen genutzt wird, seien Luftreifen die bessere Wahl, so die Konsumentenschützer.
(apa/mc)