Lisa (13) ermordet?
Mädchen gefunden Mann in Haft
(08.11.2026) Die tagelange Suche nach der vermissten Lisa aus Berlin-Marzahn hat ein tragisches Ende genommen. Die 13-Jährige wurde am Sonntag tot in einem unbewohnten Einfamilienhaus in Altglietzen in Brandenburg gefunden. Neben ihr entdeckten Polizisten einen schwer verletzten Mann. Gegen ihn besteht der Verdacht, für den Tod des Mädchens verantwortlich zu sein.
Die Identität der Toten ist inzwischen zweifelsfrei festgestellt. Lisa war seit Dienstag, 3. November, verschwunden. Mehrere Hundert Polizisten hatten in den vergangenen Tagen nach der Schülerin gesucht.
Polizei kam wegen Hausfriedensbruchs zum Haus
Der Fundort liegt im Landkreis Märkisch-Oderland, rund 50 Kilometer von Lisas Zuhause in Berlin-Marzahn entfernt und nicht weit von der polnischen Grenze.
Gegen 12 Uhr am Sonntag wurde die Brandenburger Polizei darüber informiert, dass sich Unberechtigte Zugang zu einem derzeit unbewohnten Einfamilienhaus verschafft hätten. Beamte fuhren zu dem Gebäude – und machten dort die schreckliche Entdeckung.
Im Haus fanden sie Lisas Leiche und einen schwer verletzten Mann. Laut Staatsanwaltschaft war der Fund reiner Zufall: Bis zu diesem Zeitpunkt hatte keine Spur der Ermittler nach Altglietzen geführt.
Tatverdächtiger ist in Lebensgefahr
Der Mann wurde von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht und befand sich am Sonntagabend in lebensgefährlichem Zustand. Dort wird er von Polizeikräften bewacht.
Nach bisherigem Ermittlungsstand gehen die Behörden davon aus, dass er sich seine Verletzungen selbst zugefügt hat. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll dabei eine Schusswaffe verwendet worden sein.
Wer der Mann ist, steht bislang nicht fest. Seine Identität sowie eine mögliche Beziehung zu Lisa sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Obduktion soll Todesursache klären
Wie Lisa ums Leben kam, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Auch zum Todeszeitpunkt und zu möglichen Verletzungen des Mädchens machten die Ermittler zunächst keine Angaben.
Eine Obduktion der 13-Jährigen ist geplant. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wie und wann sie starb. Nach aktuellen Angaben wird auch geprüft, ob möglicherweise ein Sexualdelikt vorliegt.
Für den schwer verletzten Mann gilt trotz des gegen ihn bestehenden Tatverdachts die Unschuldsvermutung.
Lisa kam nie in der Schule an
Lisa hatte am Dienstagmorgen gegen 7.20 Uhr ihr Zuhause in der Golliner Straße in Berlin-Marzahn verlassen. Wenig später wollte sie vom Barnimplatz mit dem Bus zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße fahren.
Dort kam die 13-Jährige jedoch nie an. Schon früh gingen die Ermittler davon aus, dass sie ihr familiäres Umfeld nicht freiwillig verlassen hatte. Seit dem 5. November ermittelten Mordkommissionen des Landeskriminalamts Berlin wegen des Verdachts eines Kapitalverbrechens.
Am Samstag waren rund 220 Polizeikräfte an der Suche beteiligt. Spürhunde und ein Polizeihubschrauber kamen zum Einsatz, Anwohner wurden befragt und zahlreiche Grünanlagen abgesucht. Auch am Sonntag suchten mehr als 100 Einsatzkräfte weiter.
Ermittler sichern Spuren im Haus
Am Sonntagabend arbeiteten Spezialisten des Landeskriminalamts Berlin, der Staatsanwaltschaft und der Brandenburger Polizei weiter am Fundort. Das Haus wurde umfassend kriminaltechnisch untersucht.
Noch sind zentrale Fragen offen: Wie gelangte Lisa mehr als 50 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt nach Altglietzen? Kannte sie den Tatverdächtigen? Wann und wodurch starb sie?
Antworten darauf sollen nun die Obduktion, die Spurenauswertung und die weiteren Ermittlungen liefern.
(fd)