Mädchen (11) vergewaltigt
Mit Mord zum Schweigen gebracht
(16.07.2026) Nach dem gewaltsamen Tod der elfjährigen Lyhanna in Südwestfrankreich hat die Justiz die Vorwürfe gegen den Hauptverdächtigen deutlich ausgeweitet. Der 41-Jährige ist nun offiziell wegen Mordes und Vergewaltigung angeklagt. Bislang hatte er bereits wegen Entführung und Freiheitsberaubung in Untersuchungshaft gesessen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.
DNA-Spuren belasten den Verdächtigen
Lyhanna war Ende Mai verschwunden und wurde am 4. Juni tot in der Nähe ihres Heimatortes Fleurance im Südwesten Frankreichs gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 41-Jährige das Mädchen entführt und anschließend getötet hat. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden DNA-Spuren des Verdächtigen im Intimbereich des Kindes sichergestellt. Bei seiner Vernehmung machte der Mann von seinem Schweigerecht Gebrauch.
Weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den 41-Jährigen
Parallel zu den Mordermittlungen läuft gegen den Mann ein weiteres Strafverfahren. Dabei geht es um den Verdacht der mehrfachen Vergewaltigung eines Mädchens unter 15 Jahren sowie um weitere sexuelle Übergriffe.
Besonders brisant: Die Mutter des mutmaßlichen Opfers "Rosa" hatte bereits im August 2025 Anzeige gegen den 41-Jährigen erstattet. Laut Ermittlungsunterlagen schilderte das Mädchen, über Monate hinweg rund 50-mal vergewaltigt worden zu sein. Trotz der schweren Vorwürfe kam es damals zu keinem schnellen Einschreiten der Behörden.
Fall löst landesweite Empörung aus
Der Fall Lyhanna hat in Frankreich eine heftige Debatte über mögliche Versäumnisse von Polizei und Justiz ausgelöst. Nach Bekanntwerden, dass gegen den Verdächtigen bereits zuvor mehrere Hinweise und Anzeigen wegen mutmaßlicher Sexualdelikte an Minderjährigen vorgelegen hatten, sprach Justizminister Gérald Darmanin von einem "schweren Versagen" des Staates und der Justiz.
Daraufhin ordnete das Justizministerium eine landesweite Überprüfung aller noch offenen Verfahren wegen mutmaßlicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen an. Ursprünglich sollten rund 70.000 Akten überprüft werden, inzwischen ist von mehr als 88.000 offenen Verfahren die Rede.
Hunderte Verdächtige festgenommen
Nach Angaben des französischen Justizministeriums wurden innerhalb weniger Wochen:
- rund 675 Verdächtige in Gewahrsam genommen
- etwa 1.000 mutmaßliche Missbrauchsfälle als besonders dringend eingestuft
- zehntausende Ermittlungsakten erneut überprüft
Untersuchungen zu Behördenversagen laufen
Zusätzlich untersuchen interne Kontrollstellen von Justiz und Gendarmerie, weshalb frühere Warnungen gegen den Verdächtigen offenbar nicht konsequent verfolgt wurden. Ein erster Untersuchungsbericht spricht bereits von erheblichen organisatorischen und behördlichen Versäumnissen sowie mangelnder Abstimmung zwischen Polizei und Justiz. Der Abschlussbericht wird in den kommenden Monaten erwartet.
(fd)