Meningokokken-Ausbruch
GB: 2 Tote-Ansteckung in Disco?
(17.03.2026) Alarmierende Szenen in England: Nach einem Meningokokken-Ausbruch mit zwei Todesfällen stehen Hunderte Menschen für Medikamente an. Besonders betroffen: Studierende rund um die Universität von Kent.
Lange Schlangen nach gefährlichem Ausbruch
Auf dem Campus der Universität in Canterbury spielten sich am Dienstag dramatische Szenen ab. Hunderte Studierende warteten in langen Schlangen, um vorsorglich Antibiotika zu erhalten.
Grund ist ein schwerer Ausbruch von Meningokokken-Infektionen, bei dem laut Berichten eine 18-jährige Schülerin und ein 21-jähriger Student ums Leben gekommen sind. Mindestens elf weitere Infizierte mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Nachtclub als möglicher Infektionsherd
Im Fokus der Ermittlungen steht eine Großraumdisco: der „Club Chemistry“ in Canterbury. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA hatten mehrere Infizierte den Club zwischen dem 5. und 7. März besucht. In diesem Zeitraum sollen rund 2.000 Menschen dort gefeiert haben.
Die Behörden rufen nun alle Besucher auf, sich zu melden und vorsorglich Antibiotika einzunehmen. Auch mehrere Mitarbeiter des Clubs sollen betroffen sein. Der Nachtclub bleibt vorerst geschlossen.
Gefährliche Bakterien: Risiko für Meningitis und Sepsis
Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden und schwere Erkrankungen auslösen können – darunter:
- Hirnhautentzündung (Meningitis)
- Blutvergiftung (Sepsis)
Bei dem aktuellen Ausbruch wurde die Erregergruppe B nachgewiesen. Diese kann besonders schwere Verläufe verursachen. Laut britischem Gesundheitsdienst liegt die Sterblichkeitsrate bei etwa zehn Prozent.
Kritik an Behörden wegen Informationspolitik
Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA steht inzwischen unter Druck. Die Todesfälle wurden erst am Sonntag öffentlich gemacht, nachdem die Behörde nach eigenen Angaben am Samstag von den Infektionen erfahren hatte. Die stellvertretende Behördenchefin betonte jedoch, man habe schnell reagiert und zunächst enge Kontaktpersonen informiert. Verzögerungen beim Infektionsschutz habe es aus ihrer Sicht nicht gegeben.
Wie ist die Lage in Österreich?
Auch in Österreich sind Meningokokken ein bekanntes Thema. Laut aktuellem Impfplan werden Impfungen gegen mehrere Meningokokken-Gruppen empfohlen – darunter auch die Gruppe B. Die Impfung gegen Meningokokken B wird für Kinder und Jugendliche möglichst früh empfohlen, ist jedoch nicht Teil des kostenlosen Standard-Impfprogramms für Kleinkinder.
Für ältere Kinder gibt es zumindest teilweise eine kostenlose Immunisierung:
Die Meningokokken-ACWY-Impfung ist zwischen dem 10. und 13. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm enthalten.
Zahlen aus Österreich
Im Jahr 2024 wurden in Österreich laut AGES 15 bestätigte Fälle invasiver Meningokokken-Erkrankungen registriert. Eine betroffene Person ist daran verstorben.
(fd/apa)