Mozart-Manuskript gefunden
bisher unbekanntes Notenheft
(19.06.2026) In der französischen Nationalbibliothek in Paris hat der Musikwissenschaftler François-Pierre Goy ein bisher unbekanntes Mozart-Manuskript entdeckt. In dem 44-seitigen Notenheft befinden sich sieben Stücke für Harfe und Flöte sowie Kompositionsübungen. Die Werke stammten aus dem Jahr 1778, als Wolfgang Amadeus Mozart die französische Harfenistin Marie-Louise-Philippine de Bonnières de Guînes im Komponieren unterrichtete.
Präsentation bei Konzert in Paris
Die musikalischen Stücke werden am Sonntag beim traditionellen Musikfest am 21. Juni in der Nationalbibliothek erstmals präsentiert. Die Harfen und Flötenlieder sind insgesamt circa 20 Minuten lang.
Identifikation
Goy, der im Bereich anonymer Manuskripte forscht und arbeitet, ist in seiner Recherche auf die in marmoriertes Papier eingefasste Kladde gestoßen, nachdem er sich andere Unterrichtsmaterialien von Mozart angesehen hatte. Ihm stachen die "rundlichen, leicht nach vorn geneigten Violinschlüssel" und die "anders als in Frankreich notierten Bassschlüssel" ins Auge. Der Musikwissenschaftler hat das Manuskript mit anderen Schriften Mozarts verglichen und fand eine verblüffende Ähnlichkeit. Die Vermutung wurde später vom Mozarteum in Salzburg bestätigt.
Wiederentdeckung
Das Notenheft war in Zeiten der Französischen Revolution bei dem Herzog von Guînes beschlagnahmt worden und fand sich später in der französischen Nationalbibliothek wieder. In Leipzig war 2024 ein ebenfalls bis dahin unbekanntes Jugendwerk Mozarts entdeckt worden, das den Titel "Ganz kleine Nachtmusik" erhielt.
(APA/SR)