Schwarzer Regen in Moskau

Drohnenangriff auf Ölraffinerie

(19.06.2026) Der bislang größte Drohnenangriff der Ukraine auf Moskau hat unter anderem eine Ölraffinerie als Ziel gehabt. Insgesamt wurden knapp 200 Drohnen auf Russlands Hauptstadt abgefeuert. Der Beschuss der Raffinerie hat nun seltsamen schwarzen Regen ausgelöst.

17 Personen verletzt

Schwarze Rauchwolken breiteten sich am Himmel aus, laut Gouverneur Andrej Worobjow wurden dabei 17 Personen verletzt. Besonders im Südosten Moskaus bemerkten Anwohner feine, dunkle Partikel auf ihrer Kleidung.

Ein sogenannter „Ölregen“ wurde von den Behörden zwar dementiert, zugleich aber vor möglichen Gesundheitsgefahren gewarnt. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster geschlossen zu halten und insbesondere Kinder, ältere Menschen sowie Asthmatiker aus dem Gebiet zu bringen.

Die Raffinerie in Kapotnja wurde nun zum dritten Mal innerhalb eines Monats und bereits zum zweiten Mal in nur einer Woche. Videoaufnahmen dokumentieren einen heftigen Großbrand sowie die Explosion eines Silos, dessen Dach dabei weit durch die Luft geschleudert worden sein soll.

Ukrainische Angriffe steigen

Die Angriffe haben außerdem ein Einkaufszentrum in Brand gesetzt und Moskaus Flughafen wurde vorübergehend geschlossen. Über 500 Flüge waren betroffen. Die Anzahl und die Intensität der ukrainischen Angriffe haben in den letzten Monaten stark zugenommen. Russische Abwehrsysteme konnten einige der Drohnenangriffe abwehren, jedoch gelang es der Ukraine trotzdem einiges an wichtiger Infrastruktur zu zerstören.

Angriffe seien bloß eine Reaktion

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte die Angriffe in einen Zusammenhang mit dem russischen Beschuss Kiews in der vergangenen Woche. Zugleich erklärte er: „Wir wollen diesen Krieg nicht und haben ihn nie gewollt. Aber wenn die Ukraine brennt, wird auch Moskau brennen.“

Der russische Außenminister kündigt massive Angriffe als Reaktion an und sagt: " Worte nicht mehr ausreichen". Sie setzten ebenfalls über 200 Drohnen und ballistische Raketen ein.

Verbot von Videos der Angriffen

Die Lage bleibt weiterhin kritisch. Behörden haben zwar die Verbreitung von Bildern nach Drohnenangriffen untersagt, jedoch tauchen online zahlreiche Videos auf, die die Folgen der Einsätze dokumentieren. Expertinnen und Experten werten die Entwicklungen als mögliches Zeichen dafür, dass die Ukraine versucht, den Krieg stärker ins russische Hinterland zu verlagern.

(SR)

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