Neue EU-Verpackungsregeln
Seit heute offiziell gültig
(12.08.2026) Die neue europäische Verpackungsrichtlinie ist ab heute offiziell gültig. Sie bringt Veränderungen, die nicht nur Händler, sondern auch Konsumenten spüren werden. Vor allem überschüssigen Verpackungen wird der Kampf angesagt. Recycling soll gefördert werden.
Neue Verpackungsrichtlinie
Die neue Verpackungsrichtlinie bringt eine Vielzahl an Vorgaben. Zu aller erst: Verpackungen müssen in Zukunft recyclingfähiger sein und bereits verwendete Materialen beinhalten. Die Verantwortung dafür wird hauptsächlich in die Hände der Hersteller gelegt.
Unternehmen werden Verpackungen in Zukunft materialeffizienter, recycling- und kreislauffähiger gestalten und unnötigen Leerraum vermeiden müssen. Es muss mehr dokumentiert, gekennzeichnet und nachgewiesen werden.
Berufsgruppensprecher Alexander Smuk kritisiert: "Das Problem ist, dass Handelsbetriebe meistens gar keinen Zugang zu den notwendigen Unterlagen haben.", wie der Standard berichtet. Die Änderungen betreffen die gesamte Lieferkette; kleinere Versandunternehmen haben aufgrund des logistischen Aufwands ihren EU-Versand bereits eingestellt.
Das Ziel ist klar: Bis 2030 will die EU alle verwendeten Verpackungen recyclebar haben. Je nach Verwendung sollen dann bis zu 35 Prozent der Verpackungen wiederverwendet sein. Das wird Mehrkosten bringen. Rezyklate in ausreichender Qualität sind knapp und daher teuer.
Das chemische Recycling, das zum Beispiel zur Produktion von Lebensmittelverpackungen verwendet wird, ist derzeit viermal so teuer, mechanisches Recycling eineinhalbmal so teuer wie herkömmlicher Kunststoff. Auch die teils langen Recyclingketten geben der Altstoffrecycling Austria zu bedenken, wie der ORF berichtet.
Änderungen für Konsumenten
Laut einer Studie der Unternehmensberater von PwC fordern 84 Prozent der Österreicher nachhaltige Verpackungen. Knapp die Hälfte will weniger Verpackungsmüll. Beide Problematiken greift die EU-Richtlinie auf.
Eine einheitlichere Kennzeichnung soll leichter erkennbar machen, aus welchen Materialien Verpackungen bestehen und wie sie korrekt entsorgt werden. Dadurch soll die Mülltrennung vereinfacht und die Recyclingquote erhöht werden.
Gleichzeitig setzt die EU verstärkt auf Mehrweg- und Nachfüllsysteme. Im Take-away-Bereich sollen Kunden ab nächstem Jahr eigene Behälter verwenden können, ohne dafür zusätzlich bezahlen zu müssen. Der Umweltschutz steht klar im Mittelpunkt.
(mm)