Oxytocin: Der Treuherzig-Macher
Und seine Wirkung auf Männer
(12.08.2026) Das Hormon Oxytocin kann misstrauische Männer vertrauensseliger machen, wie eine Untersuchung von Forschenden aus Zürich, Magdeburg und Antwerpen zeigt.
Kuschelhormon macht naiv
Das "Kuschelhormon" Oxytocin macht manche Männer vertrauensseliger. Eine neue Studie der Universität Zürich zeigt, dass der Botenstoff das Vertrauen von skeptischen Männern steigern kann. Über 20 Jahre lang war dies umstritten.
Das Forschungsteam rekrutierte 359 Männer, die zuvor als wenig vertrauensbereit eingestuft worden waren. Die Teilnehmenden erhielten per Zufallsprinzip entweder Oxytocin oder ein Placebo. Danach nahmen sie an einem anonymen Vertrauensspiel teil, bei dem sie entscheiden konnten, wie viel Geld sie einer unbekannten Person anvertrauen.
Die Auswertung zeigte, dass die Männer unter dem Einfluss von Oxytocin ihrem Gegenüber rund 15 Prozent mehr Geld anvertrauten als die Vergleichsgruppe. Die biologischen Mechanismen hinter diesem Effekt sind noch ungeklärt. Es könnte sein, dass die Kooperationserwartung gesteigert, oder die Angst, von anderen betrogen zu werden, verringert wird. Künftige Studien sollen untersuchen, ob die Resultate auch für Frauen gelten.
(apa/sda/mm)