Neuer Rettungsversuch für Wal

"Ein schwer kranker Patient"

(16.04.2026) Der bei Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überlebt. Er atme relativ regelmäßig alle zwei bis fünf Minuten, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der sich erneut vor Ort ein Bild von der Lage machte, am Donnerstag. "Der Wal ist ein schwer kranker Patient", sagte der Minister im Livestream des Senders News5 live. Laut Backhaus ist geplant, im Laufe des Tages Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben.

Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Zunächst war allerdings noch keine Aktion im Wasser beim Wal vor der kleinen Ostsee-Insel Poel zu sehen. Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative, die für die Aktion laut Umweltministerium die Verantwortung trägt. Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz der Deutschen Presse-Agentur dpa gesagt. "Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet."

"Wir haben keine Chance, aber wir ergreifen sie"

Hinter dem Konzept stehen neben Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. "Wir haben keine Chance, aber wir ergreifen sie", sagte die Unternehmerin. Sie wüssten, dass der Rettungsversuch letal ausgehen könne. "Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende." Dann sei das die Natur. "Aber dieser Zustand jetzt ist für ganz Deutschland, für Menschen mit Empathie und Herz, unerträglich anzusehen."

Zuvor sah alles danach aus, dass die Reise des Wals vor der Insel Poel enden würde. Experten hatten erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. "Die haben unser Haus komplett freigestellt."

Die Situation des Wals hatte zuletzt für starke Emotionen gesorgt. Von Anfeindungen und sogar Morddrohungen gegen Beteiligte war die Rede. Menschen protestierten vor Ort und drangen in einen Sperrbereich ein.

(mt/apa)

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