Oma tötet Enkel

Angst um Sorgerecht?

(02.07.2026) Ein erschütternder Fall sorgt im US-Bundesstaat New York für Entsetzen: Eine 64-jährige Großmutter soll ihre Tochter und ihre vier Enkelkinder vorsätzlich getötet und anschließend sich selbst das Leben genommen haben. Die sechs Leichen wurden bereits am 23. Juni bei einer Polizeikontrolle in einer Wohnung in Mechanicville entdeckt. Jetzt haben die Ermittler neue Details bekanntgegeben und sprechen von einer vorsätzlichen Vergiftung.

Sechs Familienmitglieder tot in Wohnung gefunden

Die Polizei war nach einem Hinweis besorgter Nachbarn zu einem sogenannten Welfare Check ausgerückt. Die Bewohner waren über längere Zeit nicht mehr gesehen worden. In der Wohnung fanden die Einsatzkräfte schließlich die Leichen der 64-jährigen Amy Steadman, ihrer Tochter Sarah Myers (44) sowie der vier Kinder Harper (13), Hudson (11) und der zehnjährigen Zwillinge Gavin und Gracelynn Harmon. Nach Angaben der Ermittler lagen die Leichen bereits seit mindestens zwei Wochen in der Wohnung.

Polizeichef William Rabbitt erklärte auf einer Pressekonferenz, zahlreiche verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Medikamente seien am Tatort sichergestellt worden. Außerdem fanden die Ermittler eine handschriftliche Notiz, die nach ihrer Einschätzung stark darauf hindeutet, dass Amy Steadman in die Todesfälle verwickelt war.

Die endgültigen Ergebnisse der Gerichtsmedizin und der toxikologischen Untersuchungen stehen zwar noch aus. Die Polizei geht derzeit jedoch davon aus, dass die Großmutter ihre Familie vorsätzlich vergiftete und anschließend selbst starb.

Ein Kind wies zusätzlich schwere Verletzungen auf

Die Ermittlungen brachten noch ein weiteres erschütterndes Detail ans Licht: Nach Angaben der Behörden erlitt eines der Kinder zusätzlich tödliche Verletzungen durch scharfe Gewalteinwirkung. Welche Rolle diese Verletzungen im Tatgeschehen spielten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei hat bislang keine näheren Angaben gemacht.

Möglicher Auslöser war Sorgerechtsstreit

Als mögliches Motiv rückt ein jahrelanger Sorgerechtsstreit in den Fokus der Ermittlungen. Der Vater der vier Kinder, Brady Harmon, hatte nach eigenen Angaben mehr als sechs Jahre um Kontakt zu seinen Kindern gekämpft. Ein Gericht hatte ihm erst vor Kurzem ein Besuchs- beziehungsweise Sorgerecht eingeräumt. Bereits Anfang Juli hätte er seine Kinder erstmals seit Jahren wiedersehen und zu sich nach Utah holen sollen. Dazu kam es nicht mehr.

Die Polizei bestätigt bislang kein offizielles Motiv. Der Sorgerechtsstreit gilt jedoch als eine der wichtigsten Spuren der Ermittler.

Auffälliger Nachruf sorgt für Diskussionen

In den USA sorgt inzwischen auch der Nachruf auf die mutmaßliche Täterin für Aufmerksamkeit. Während Sarah Myers in einem ausführlichen Nachruf als liebevolle und hingebungsvolle Mutter beschrieben wird, besteht der Nachruf für Amy Steadman lediglich aus zwei nüchternen Sätzen ohne persönliche Würdigung. Angehörige verzichteten bewusst auf weitere Worte.

Ermittlungen dauern an

Die Polizei betont, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Erst die endgültigen Ergebnisse der Obduktionen und der toxikologischen Analysen sollen die genaue Todesursache aller sechs Opfer klären. Nach aktuellem Ermittlungsstand gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass weitere Personen an der Tat beteiligt waren.

(fd)

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