Panik an der Zapfsäule?
Sonderuntersuchung der Preise
(04.03.2026) Der Iran-Krieg lässt die Spritpreise in Österreich weiter steigen. Laut ÖAMTC kostete Diesel zuletzt durchschnittlich 1,739 Euro pro Liter, Superbenzin 1,639 Euro. Innerhalb einer Woche bedeutet das einen Anstieg um 17 Cent bei Diesel und 12 Cent bei Benzin. Das Wirtschaftsministerium hat bereits eine Sonderuntersuchung der Treibstoffpreise angekündigt.
Dieselpreis steigt besonders stark
Die Preise an den Tankstellen reagieren derzeit deutlich auf die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Laut ÖAMTC ist vor allem Diesel stärker betroffen als Benzin.
Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 war Diesel in 37 von 48 Monaten teurer als Benzin. Im Durchschnitt lag der Dieselpreis in dieser Zeit etwa fünf Cent pro Liter über Super – aktuell beträgt der Unterschied bereits rund zehn Cent.
Regierung lässt Spritpreise prüfen
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hat angekündigt, die bereits laufende Sonderuntersuchung der Treibstoffpreise durch das Institut für Höhere Studien (IHS) auszuweiten.
Ziel sei es zu prüfen, ob die Preisanstiege ausschließlich durch Marktbewegungen verursacht werden oder andere Faktoren eine Rolle spielen. Der Bericht der Untersuchung soll Ende März vorliegen.
ÖAMTC zweifelt an schneller Preiserhöhung
Der ÖAMTC hält die rasche Reaktion an den Tankstellen nur für „bedingt nachvollziehbar“. Der aktuelle Rohölpreis liege etwa auf dem Niveau von Jänner 2025, als die Treibstoffpreise – besonders bei Diesel – noch deutlich niedriger gewesen seien.
Sprit auch in Deutschland deutlich teurer
Auch in Deutschland steigen die Preise stark. Laut ADAC lag der durchschnittliche Dieselpreis zeitweise bei über 2 Euro pro Liter.
Ökonomen warnen allerdings vor staatlichen Eingriffen. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr kritisierte Forderungen nach neuen Tankrabatten:
„Wer jetzt nach einem Tankrabatt ruft, sorgt eher dafür, dass die Preise noch weiter steigen.“
Der Experte rät daher zu „keiner Panik an der Zapfsäule“, trotz der angespannten Lage auf den Energiemärkten.
(fd/apa)