So viel arbeiten Frauen gratis

Kinder, Haushalt und Co.

(13.08.2026) Mit seiner Aussage, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, entfachte Christian Stocker (ÖVP) letzte Woche eine heftige Diskussion. Trotz seiner späteren Entschuldigung ist die Debatte auch eine Woche später noch wahrzunehmen.

Numerische Uneinigkeit

Die Frau, die Bundeskanzler Stocker letzte Woche konfrontiert hatte, machte vor allem sogenannte Care- bzw. Sorge-Arbeit zum Thema. Sie sagte, Frauen würden 96 Stunden pro Woche unbezahlt arbeiten. Dazu zählt laut ihr u.a., dass Frauen bei Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen dauerhaft verfügbar sein müssen.

Einige Experten halten diese Einschätzung für gerechtfertigt. Die meisten Erhebungen berücksichtigen diese 24/7 Verfügbarkeit aber nicht.

So spricht zum Beispiel die Statistik Austria von zirka 40 Stunden unbezahlter Arbeit pro Frau pro Woche. Care- und Haushaltsarbeit macht dabei den Großteil aus.

Frauen öfter unbezahlt als Männer

Die Statistik Austria gibt alle zehn Jahre im Rahmen einer "Zeitverwendungserhebung" einen Überblick, wie viel unbezahlte Arbeit in Österreich geleistet wird. Die Zahl variiere zwar von Mutter zu Mutter und von Familie zu Familie. Dennoch besagt die Studie, dass Frauen im Durchschnitt rund zwei Drittel der unbezahlten Arbeit erledigen.

In Stunden sind das für Frauen mit Kindern durchschnittlich fünfeinhalb Stunden unbezahlte Arbeit täglich. Es ergeben sich nach dieser Berechnung rund 40 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche.

Selbst bei gleicher Erwerbstätigkeit übernehmen laut Statistik Austria Frauen rund 64 Prozent der Kinderbetreuung. Wenn die Frau mehr Erwerbsstunden arbeitet als ihr Partner, liegt ihr Anteil an Care-Arbeit mit 56 Prozent trotzdem noch höher.

Problematisch sei, dass sich das langfristig auf Einkommen, Karrierechancen und Pensionen auswirke, so das Momentum-Institut.

(apa/mm)

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