Traum vom Eigenheim
Wird wieder leistbar(er)
(17.02.2026) Der österreichische Immobilienmarkt zeigt erste Anzeichen einer Trendwende: Die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen zieht wieder spürbar an, während der Kauf von Wohneigentum nach wie vor hohe Hürden aufweist. Für eine durchschnittliche 100-Quadratmeter-Wohnung müssen Käufer aktuell rund elf Jahresgehälter aufbringen – ein Wert, der leistbarer ist als in den Hochpreisjahren, aber weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt liegt.
Wohneigentum leistbarer – trotz hoher Preise
Dank steigender Einkommen und leicht gesunkener Immobilienpreise seit 2022 ist der Kauf von Wohneigentum wieder etwas erschwinglicher geworden:
- Die durchschnittlichen Nettoeinkommen stiegen um rund 20 %, während Immobilienpreise um etwa 2,7 % gesunken sind.
- Das bedeutet: Ein Haushalt benötigt heute ca. 11,2 Jahresgehälter, um eine 100-Quadratmeter-Wohnung zu finanzieren – vor vier Jahren waren es noch rund 14,4.
Laut einer Analyse der Bank Austria und OeNB-Daten erhöht sich die Leistbarkeit von Wohnraum besonders durch die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) seit 2023, die Finanzierungsbedingungen verbessern. Die durchschnittlichen Zinsen für neue Wohnbaukredite sanken deutlich, was die monatlichen Belastungen für Kreditnehmer reduzierte.
„Nachfrage zieht wieder an“ – Kaufzurückhaltung bleibt
„Die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierung zieht wieder spürbar an“, bestätigt Daniela Barco, Vorständin der Bank Austria – das Kreditvolumen stieg um rund 50 % bei den Banken. Allerdings bleibt das Niveau noch deutlich unter dem Boom von 2021 und dem Vor-Corona-Stand von 2019.
Trotz günstigerer Bedingungen zögern viele potenzielle Käufer: Die psychologische Unsicherheit, schlechte Erfahrung mit hohen Zinsen in der Vergangenheit und die Angst vor wirtschaftlicher Instabilität bremsen viele ab, einen Kredit aufzunehmen oder Kaufentscheidungen zu treffen.
Preisentwicklung
Nach Jahren schwacher Preisentwicklung zeigen die aktuellsten Daten aus dem Hauspreisindex von Statistik Austria eine moderate Preissteigerung im Jahr 2025:
- Insgesamt stiegen die Immobilienpreise im dritten Quartal 2025 um etwa 2,7 % im Jahresvergleich.
- Besonders Neubauten legten stärker zu als Bestandswohnungen.
Marktanalysen und Prognosen aus dem Finanzsektor erwarten auch für 2026 eine Stabilisierung oder leichte Fortsetzung des Aufwärtstrends, da die Zinswende der EZB seit 2025 wieder mehr Kaufaktivität auslöst.
Regionale Unterschiede und Angebotslage
Immobilienpreise unterscheiden sich stark zwischen Regionen und Städten:
- In Wien liegen die Preise für Wohnraum weiterhin über dem Bundesdurchschnitt, besonders in zentralen Lagen.
- In ländlicheren Regionen sind Kaufpreise niedriger, was vor allem für Familien und junge Haushalte interessant sein kann.
Experten betonen, dass die Angebotsseite weiterhin ein wichtiger limitierender Faktor ist: Die Anzahl verfügbarer Objekte bleibt begrenzt, was bei steigender Nachfrage den Preisdruck aufrechterhält.
Warum viele trotzdem zögern
Trotz verbesserter Leistbarkeit bleiben potenzielle Käufer skeptisch:
- Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und mögliche Zinssteigerungen sorgen für Zurückhaltung.
- Viele Menschen fühlen sich trotz positiver Zahlen noch nicht bereit für langfristige Finanzverpflichtungen.
Um diese Unsicherheiten zu adressieren, reagieren Banken mit spezialisierten Angeboten: Die Bank Austria etwa bietet ein neues „Wohnpaket“ mit 150 Mio. Euro an Finanzierungsmitteln samt attraktiven Fixzinsoptionen um etwa 2,8 % p.a. für fünf Jahre – ein Versuch, mehr Vertrauen in den Markt zu bringen und Käufer zu mobilisieren.
(fd)