Unwetter auf Rhodos
Fluten reißen Autos mit
(03.11.2026) Schwere Unwetter haben die griechische Urlaubsinsel Rhodos unter Wasser gesetzt. Nach rund 17 Stunden nahezu ununterbrochenem Regen verwandelten sich Straßen in reißende Bäche, Häuser und Geschäfte wurden überflutet. Allein in Archangelos wurden mehr als 60 Fahrzeuge von den Wassermassen mitgerissen. Die Behörden warnten Bewohner und Urlauber vor weiteren schweren Gewittern.
Fluss tritt über die Ufer – Straßen werden zu Flüssen
Besonders schwer getroffen wurde Archangelos an der Ostküste von Rhodos. Dort trat ein Fluss über die Ufer. Wasser strömte aus mehreren Richtungen in den Ort und verwandelte Straßen innerhalb kurzer Zeit in gefährliche Sturzfluten.
Mehr als 60 Autos wurden weggespült, teilweise übereinandergeschoben. Zahlreiche Fahrzeuge wurden so schwer beschädigt, dass sie nur noch mit Kränen geborgen werden konnten. Auch Wohnungen und Geschäfte liefen voll.
Menschen retten sich auf Hausdächer
Die Wassermassen wurden teilweise so gefährlich, dass sich Bewohner auf Dächer retten mussten. Einsatzkräfte führten mehrere Rettungsaktionen durch.
Auch vier Touristen gerieten mit einem Van in Gefahr, als sie eine überflutete Furt überqueren wollten, die sich in einen reißenden Strom verwandelt hatte.
Notruf-Warnung auch für Urlauber
Die griechische Katastrophenschutzbehörde verschickte über die Notrufnummer 112 Warnmeldungen an Bewohner und Besucher der Insel. Die Menschen wurden aufgefordert, unnötige Fahrten zu vermeiden und sich von Flüssen, Bächen und überfluteten Straßen fernzuhalten.
Mehrere Straßen rund um Kolymbia, Kalathos und Archangelos mussten zeitweise gesperrt werden. Feuerwehren, Gemeindemitarbeiter und freiwillige Helfer waren mit Pump- und Aufräumarbeiten beschäftigt.
Schulen auf Rhodos bleiben geschlossen
Wegen der angespannten Wetterlage wurden am 3. November sämtliche Schulen auf Rhodos geschlossen. Die Behörden warnten weiterhin vor kräftigem Regen, Gewittern, Hagel und häufigen Blitzen.
Die Böden sind bereits extrem gesättigt. Nach Angaben der griechischen Meteorologin Nikoletta Ziakopoulou fiel auf Rhodos innerhalb von rund 20 Tagen eine Regenmenge, die ungefähr sieben Monaten entspricht. Stellenweise seien mehr als 500 Tonnen Wasser pro 1.000 Quadratmeter zusammengekommen.
Bewohner sprechen von schlimmsten Fluten seit Jahrzehnten
Einige Einwohner von Archangelos berichteten dem griechischen Rundfunk ERT, derartige Überschwemmungen seit rund 40 Jahren nicht mehr erlebt zu haben.
Neben Archangelos traf das Unwetter auch Afantou und den Süden von Rhodos. Auch auf anderen griechischen Inseln sowie auf dem Festland sorgte die Unwetterfront für Überschwemmungen und Schäden.
Für Urlauber und Bewohner bleibt die Lage damit angespannt: Die Behörden raten weiterhin dringend davon ab, überflutete Straßen oder Wasserläufe mit dem Auto zu durchqueren.
(fd/krone)