Vater peitscht Sohn aus!
Wien: Stundelange Qualen
(05.11.2026) Ein erschütternder Fall von jahrelanger Gewalt gegen Kinder in Wien ist am Landesgericht Wien verhandelt worden. Ein 42-jähriger Vater soll seine drei Söhne über Jahre immer wieder geschlagen und misshandelt haben. Der schlimmste Gewaltexzess ereignete sich am 12. Juli 2026: Seinen damals zwölfjährigen Sohn soll der Mann über Stunden mit einem Gürtel, einem Ladekabel und einem Kunststoffbügel geschlagen haben. Das Gericht verurteilte ihn zu zehn Jahren Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Familie lebt im 14. Wiener Bezirk
Der Fall spielt in Wien. Die Familie lebt laut „Krone“ in einer Zweizimmerwohnung im 14. Bezirk Penzing. Die drei Söhne sind heute zwölf, 15 und 17 Jahre alt. Außerdem gibt es eine jüngere Tochter.
Der aus Syrien stammende Vater war 2016 mit seiner Familie nach Österreich gekommen. Nach den Aussagen der Kinder soll die Gewalt gegen die Söhne spätestens seit 2020 regelmäßig stattgefunden haben.
Nachbarn hörten Schreie und riefen die Polizei
Der schwerste bekannte Vorfall ereignete sich am Abend des 12. Juli in der Wiener Familienwohnung.
Der Zwölfjährige war zuvor mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen, obwohl der Vater ihm das verboten haben soll. Dabei wurde der Bub sogar von einem Auto angefahren, blieb glücklicherweise aber unverletzt.
Zu Hause soll die Situation anschließend völlig eskaliert sein.
Nachbarn hörten über längere Zeit die Schmerzensschreie eines Kindes und verständigten schließlich die Polizei. Gegen Mitternacht kamen Beamte zur Wohnung.
Mehr als 100 Peitschenhiebe am Körper
Was die Ermittler anschließend feststellten, bezeichnete die Staatsanwältin vor Gericht als außergewöhnlich brutale Gewalt.
Der Zwölfjährige soll über den Abend hinweg immer wieder geschlagen worden sein. Ein später eingeholtes gerichtsmedizinisches Gutachten stellte mehr als 100 heftige Peitschenhiebe beziehungsweise Schlagverletzungen am Körper des Kindes fest.
Der Bub erlitt ein massives Weichteiltrauma und damit eine schwere Körperverletzung.
Die Staatsanwältin sagte laut „Krone“, der Vater habe das Kind regelrecht „ausgepeitscht“ und „gefoltert“.
Vater soll beim Schlagen immer wieder Pausen gemacht haben
Besonders erschütternd sind die Aussagen der Kinder über die Art der Bestrafungen.
Sie beschrieben laut Anklage ein regelrechtes „ritualisiertes Vorgehen“. Der Vater soll seine Söhne minutenlang geschlagen und dabei immer wieder Pausen eingelegt haben – nicht, damit sich die Kinder erholen konnten, sondern weil er selbst eine Pause brauchte.
Als der heute 17-jährige Sohn seinem jüngeren Bruder beim Vorfall im Juli helfen wollte, soll auch er vom Vater schwer misshandelt worden sein.
Gewalt soll bereits seit Jahren stattgefunden haben
Erst nach dem Polizeieinsatz wurden offenbar die gesamten Ausmaße bekannt.
In Befragungen schilderten die drei Söhne, dass ihr Vater sie bereits seit Jahren körperlich bestraft habe. Gründe sollen unter anderem Probleme in der Schule, unerlaubtes Fahrradfahren oder andere aus Sicht des Vaters unangemessene Verhaltensweisen gewesen sein.
Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann deshalb nicht nur die Attacke auf den Zwölfjährigen vor, sondern fortgesetzte Gewaltausübung über mehrere Jahre.
Vater sprach von „Gewaltrausch“
Der 42-Jährige spielte das Ausmaß der früheren Gewalt vor Gericht herunter.
Er behauptete, seine Kinder lediglich gelegentlich mit der flachen Hand geschlagen zu haben. Für den Vorfall im Juli räumte er allerdings ein, völlig die Kontrolle verloren zu haben.
Sein Verteidiger sprach von einem „Gewaltrausch“. Der Angeklagte selbst sagte, er sei damals „nicht bei Sinnen“ gewesen.
Auch Mutter stand vor Gericht
Nicht nur der Vater musste sich verantworten. Auch die 40-jährige Mutter saß auf der Anklagebank.
Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, beim schwersten Angriff nicht ausreichend eingeschritten zu sein. Zwar soll sie bei früheren Vorfällen versucht haben, ihren Mann zu beruhigen und ihre Kinder zu schützen, beim Angriff auf den Zwölfjährigen habe sie sich laut Anklage jedoch in die Küche zurückgezogen.
Besonders belastend: Der Vater soll während des Angriffs sogar angekündigt haben, das Kind notfalls so lange zu schlagen, bis es tot sei.
Trotzdem soll die Mutter keinen Notruf gewählt haben.
Ein Jahr bedingte Haft für Mutter
Das Gericht folgte der Anklage auch bei der Mutter.
Sie wurde zu einem Jahr bedingter Haft mit einer dreijährigen Probezeit verurteilt. Ihr Verteidiger hatte einen Freispruch verlangt und argumentiert, die Frau sei mit der Situation völlig überfordert gewesen.
Auch dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zehn Jahre Gefängnis für den Vater
Für den Vater setzte es schließlich eine zehnjährige Freiheitsstrafe.
Der Strafrahmen für die ihm vorgeworfene fortgesetzte Gewaltausübung lag bei fünf bis 15 Jahren Haft. Der Vorsitzende Richter sprach bei der Urteilsverkündung von „krassen Übergriffen“.
Die Aussagen der Kinder wurden während des Prozesses teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgespielt.
Kinder leben weiterhin bei ihrer Mutter in Wien-Penzing
Trotz ihrer Verurteilung befindet sich die Mutter nicht in Untersuchungshaft.
Die drei Söhne und die jüngere Tochter leben laut „Krone“ weiterhin gemeinsam mit ihr in der Zweizimmerwohnung im 14. Wiener Bezirk.
Der Vater befindet sich dagegen nach seiner Festnahme in Haft. Ob die ausgesprochenen zehn Jahre tatsächlich endgültig bestehen bleiben, entscheidet sich erst nach Abschluss möglicher Rechtsmittel.
(fd/krone)