Vorsicht vor Fake ESC Tickets
Enkeltrick 2.0
(08.01.2026) Kurz vor dem Start der ersten Ticket-Verkaufswelle für den Eurovision Song Contest am 13. Jänner warnen Behörden und Veranstalter eindringlich vor gefälschten Ticketangeboten, Fake-Shops und neuen Betrugsmaschen im Netz. Kriminelle nutzen die hohe Nachfrage rund um den ESC gezielt aus, um Fans um Geld und persönliche Daten zu bringen. ORF, EBU, das Innenministerium, die Stadt Wien sowie die Plattform Watchlist Internet appellieren gemeinsam an die Bevölkerung, beim Ticketkauf besonders vorsichtig zu sein.
Mehrstufiges offizielle Ticketingsystem
Ein zentraler Punkt für einen sicheren Ticketkauf ist das mehrstufige offizielle Ticketingsystem. Wichtig: Nur Personen, die sich bis 18. Dezember 2025 auf den offiziellen Plattformen eurovision.com oder oeticket.com registriert haben, können in der ersten Verkaufswelle Tickets erwerben. Der eigentliche Kauf ist ausschließlich über oeticket.com möglich. Wer sich nicht registriert hat, kann in dieser ersten Verkaufsphase keine Tickets kaufen.
Trotzdem kursieren bereits jetzt zahlreiche vermeintliche ESC-Tickets im Internet. Besonders Angebote auf Social Media, Online-Marktplätzen oder Kleinanzeigen sind laut Experten nahezu immer Fake. Dazu zählen angebliche „Geheimkontingente“, „Last-Minute-Tickets“ oder besonders günstige Ticketpakete. Die Masche dahinter: Betrüger erstellen täuschend echte Kopien bekannter Ticket-Webseiten. Käufer bezahlen – erhalten aber entweder gar kein Ticket oder eine Fälschung, die beim Einlass ungültig ist.
Phishing-Mails und gefälschte Gewinnspiele
Zusätzlich warnen die Behörden vor Phishing-Mails, die angeblich von Veranstaltern stammen. Darin werden Gewinne, Sondertickets oder exklusive ESC-Angebote versprochen. Ziel ist es, persönliche Daten oder Zahlungsinformationen abzugreifen. Oft reicht ein genauer Blick auf die Absenderadresse, um den Betrugsversuch zu erkennen.
Auch dubiose Umfragen oder Gewinnspiele rund um den Eurovision Song Contest dienen häufig nur dazu, Daten zu stehlen oder Schadsoftware zu verbreiten.
Abseits des Ticketverkaufs gibt es eine weitere wachsende Gefahr: das sogenannte Quishing. Dabei überkleben Kriminelle echte QR-Codes – etwa an Parkautomaten, E-Ladesäulen oder in Lokalen – mit manipulierten Stickern. Ein Scan führt dann auf gefälschte Webseiten, die Banking-Daten abgreifen. Die Polizei empfiehlt einen einfachen Fühl-Test: Aufgeklebte Sticker lassen sich meist ertasten und unterscheiden sich vom Original.
Besonders perfide ist der sogenannte Enkeltrick 2.0. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz können Betrüger Stimmen von Angehörigen klonen – oft reichen wenige Sekunden Audiomaterial aus Social-Media-Videos. Ein Anruf mit der täuschend echten Stimme eines Familienmitglieds, etwa mit der Bitte um sofortige finanzielle Hilfe während der ESC-Woche, kann selbst vorsichtige Menschen überrumpeln.
Experten raten dringend:
- Immer unter einer bekannten Nummer zurückrufen
- Ein familieninternes Codewort für Notfälle vereinbaren
Ein weiterer Sicherheitstipp: Keine Ticket-Selfies in sozialen Netzwerken posten. Der darauf sichtbare QR-Code kann kopiert und für Fälschungen verwendet werden.
Verdächtige E-Mails oder Webseiten im Zusammenhang mit dem ESC-Ticketverkauf können direkt gemeldet werden:
- per Mail an: [email protected]
- oder bei jeder Polizeidienststelle
- sowie online bei der Meldestelle gegen Internetkriminalität des Bundeskriminalamts
Die klare Botschaft der Behörden: Tickets nur über offizielle Kanäle kaufen, keine dubiosen Angebote anklicken und bei zu guten Preisen skeptisch bleiben. Wer aufmerksam ist, schützt nicht nur sein Geld, sondern auch seine persönlichen Daten.
(fd)