Waldbrände früher erkennen
KI als Unterstützung
(06.08.2026) Durch den Klimawandel kommt es zu immer extremerer Hitze und häufigeren Waldbränden. Diese haben schwerwiegende Folgen für Tiere, Menschen und Ökosysteme. Daher ist die frühzeitige Erkennung von Brandstätten im Kampf dagegen enorm wichtig. Eine künstliche Intelligenz soll bei der Erkennung jetzt helfen.
Forscher*innen an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) haben gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrkommando Oberösterreich und der Feuerwehr St.Agatha ein KI-gestütztes Verfahren entwickelt. Mithilfe der KI sollen besonders verborgene Brandherde unter dichten Blätterdächern sichtbar gemacht werden. Derzeitige Frühwarnsysteme können durch die Baumkronen nicht hindurchdringen, wodurch wertvolle Zeit für die Brandbekämpfung verloren geht.
KI soll “durchs Laub sehen”
Mittels intelligenter Signalverarbeitung soll die KI wortwörtlich durch das Laub hindurchsehen und die Bodentemperatur unter der Vegetation abschätzen können. Die dafür entwickelte Methode namens Airborne Optical Sectioning (AOS) soll störende Vegetationsschichten aus den Bilddaten herausrechnen. Das liefert folglich ein klareres Bild auf den Waldboden.
Messfehler bei unscharfen Wärmesignalen werden von der künstlichen Intelligenz ebenfalls korrigiert. Dabei zeigt das System sogar die exakte Ausdehnung und Form des Feuers an.
Aussichtsreiche Feldversuche
Trainiert wurde die KI mit realen Wärmebildaufnahmen eines Bergwaldbrandes, der mithilfe von Bildgeneratoren erweitert worden ist. Die Ergebnisse in den Feldversuchen waren vielversprechend: Versteckte Feuerherde konnten mit einer bis zu 12,8-fachen Genauigkeit rekonstruiert werden.
(ve/apa)