Wie gefährlich ist die KI?

Schere zwischen Arm und reich

(23.03.2026) Wien/Österreich / New York – Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) könnte die soziale Ungleichheit weiter verschärfen. Davor warnt ausgerechnet einer der einflussreichsten Männer der Finanzwelt: BlackRock-Chef Larry Fink.

KI-Boom begünstigt vor allem Reiche

In seinem aktuellen Brief an Aktionäre schlägt Fink Alarm. Der wirtschaftliche Nutzen neuer Technologien sei in der Vergangenheit meist bei jenen gelandet, die bereits Vermögen besitzen. „Nun droht die KI, dieses Muster noch zu verstärken“, schreibt der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters.

Seit dem Start von ChatGPT im Jahr 2022 hätten vor allem große Tech-Konzerne und deren Investoren massiv von steigenden Aktienkursen profitiert – während breite Bevölkerungsschichten bislang nur begrenzt daran teilhaben.

Auch für Österreich relevant

Die Warnung hat auch für Europa und Österreich Gewicht. Denn wenn Wertschöpfung zunehmend in den Händen weniger großer Unternehmen und Investoren liegt, könnte sich die Vermögensschere auch hier weiter öffnen.

Gleichzeitig zeigt sich: Viele Privatpersonen sind weiterhin nur wenig an den Finanzmärkten beteiligt – und profitieren daher kaum vom technologischen Wandel.

Fink ruft zu mehr Beteiligung auf

Larry Fink sieht darin ein zentrales Problem – aber auch eine Chance. „Die Geschichte lehrt, dass transformative Technologien enormen Wert schaffen“, so der BlackRock-Chef. Dieser Wert fließe jedoch vor allem an Unternehmen und Investoren. Sein Appell: Mehr Menschen sollten Zugang zu den Kapitalmärkten bekommen, um vom Wachstum zu profitieren.

KI als globaler Machtfaktor

Für Fink ist KI längst mehr als nur ein Technologietrend. Sie spiele eine zentrale Rolle im globalen Wettbewerb – insbesondere zwischen den USA und China. Um langfristig erfolgreich zu sein, seien massive Investitionen notwendig: in Forschung, Infrastruktur, Fachkräfte und Kapitalmärkte.

Trotz Krisen: Investieren bleibt entscheidend

Trotz geopolitischer Spannungen – etwa durch Kriege oder wirtschaftliche Unsicherheiten – rät Fink dazu, investiert zu bleiben. Langfristig habe sich das ausgezahlt: Ein Dollar im S&P 500 habe sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verachtfacht. Gleichzeitig warnt er davor, sich zu sehr von kurzfristigen Krisen ablenken zu lassen:
„Die Gefahr besteht darin, dass wir uns so sehr auf den Lärm konzentrieren, dass wir vergessen, was wirklich zählt.“

Wachsende Debatte um KI und Gesellschaft

Die Aussagen des BlackRock-Chefs dürften die Diskussion über die gesellschaftlichen Folgen von KI weiter anheizen.

Denn während die Technologie enormes wirtschaftliches Potenzial bietet, stellt sich zunehmend die Frage:
Wer profitiert – und wer bleibt zurück?

(fd/apa)

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