Wien: Drama um Fiaker Pferd
Tot zusammengebrochen
(05.03.2026) Dramatische Szenen mitten in Wien: Ein Fiakerpferd ist am Mittwoch in der Haidestraße im Bezirk Simmering zusammengebrochen. Der Zustand des Tieres war laut Tierarzt so schlecht, dass es noch vor Ort eingeschläfert werden musste. Gegen den Besitzer wurde Anzeige erstattet.
Pferd bricht an Bushaltestelle zusammen
Der Vorfall ereignete sich laut Berichten auf Höhe einer Bushaltestelle in der Haidestraße. Das Fiakerpferd brach plötzlich während des Einsatzes zusammen. Augenzeugen sowie Mitglieder des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) berichteten, dass der Fahrer des Gespanns zunächst keine unmittelbaren Maßnahmen ergriff, um dem Tier Geschirr und Zaumzeug abzunehmen. Erst herbeieilende Helfer sollen eingegriffen haben.
Kurz darauf traf auch die Polizei ein und sicherte den Bereich ab.
Tierarzt stellt schlechten Zustand fest
Ein alarmierter Tierarzt untersuchte das Pferd vor Ort und stellte einen äußerst schlechten Allgemeinzustand fest.
Demnach war das Tier:
- etwa 30 Jahre alt
- stark geschwächt
- deutlich abgemagert
Auf Fotos des Vorfalls sind laut Beobachtern deutlich sichtbare Rippen zu erkennen.
Da das Pferd kaum mehr Kraft hatte und sich sein Zustand nicht stabilisieren ließ, wurde entschieden, das Tier noch auf der Straße einzuschläfern, um weiteres Leiden zu verhindern.
Besitzer erneut angezeigt
Nach dem Vorfall wurde eine Anzeige gegen den Besitzer des Pferdes erstattet, außerdem wurde der Amtstierarzt eingeschaltet. Wie berichtet wird, soll der Halter unter Berufskollegen keinen besonders guten Ruf genießen. Sein Betrieb sei bereits mehrfach wegen Haltungsbedingungen und Umgang mit den Pferden angezeigt worden. Der Unternehmer besitzt eine unbefristete Gewerbeberechtigung für vier Fiakergespanne mit jeweils zwei Pferden.
Der Vorfall dürfte die Diskussion über Fiakerpferde in Wien erneut anheizen. Die Pferdekutschen prägen das Wiener Stadtbild seit mehr als 300 Jahren, stehen jedoch regelmäßig in der Kritik von Tierschutzorganisationen.
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) fordert schon länger ein komplettes Verbot von Fiakerpferden in Wien.
Vertreter der Branche betonen hingegen, dass sich die meisten Betreiber um artgerechte Haltung und regelmäßige Kontrollen bemühen. Einzelne Vorfälle würden jedoch immer wieder das Image der gesamten Branche beschädigen.
(fd/krone)