Wien: Messerstecher im Park

Mädchen greifen Bursch an

(10.02.2026) Ein brutaler Gewaltausbruch unter Jugendlichen beschäftigt derzeit ein Wiener Geschworenengericht. Zwei 16-jährige Mädchen und ein 18-jähriger Bursch müssen sich wegen versuchten Mordes verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im Emil-Maurer-Park nahe dem Westbahnhof im September des Vorjahres einen gleichaltrigen Burschen mit Messern attackiert zu haben.

Streit eskaliert – Angriff mit drei Messern

Laut Anklage kam es am 19. September 2025 zu einem Streit zwischen mehreren Jugendlichen, der völlig außer Kontrolle geriet. Das spätere Opfer erkannte laut Staatsanwaltschaft, dass alle drei Angeklagten ein Messer bei sich hatten, und sprang aus Angst auf einen Tisch im Park.

Doch das half nicht: Mit einem Brotmesser, einem Küchenmesser und einem Klappmesser sollen die Jugendlichen auf den Burschen losgegangen sein. Er erlitt sieben Stich- und Schnittverletzungen, vor allem im Bereich von Hals, Schultern und Oberkörper – Verletzungen, die laut Gerichtsmedizin lebensgefährlich waren.

Angeklagte widersprechen sich vor Gericht

Vor Gericht zeichnete sich rasch ein zentrales Problem ab: Keine der Aussagen deckt sich mit den anderen.

Eine der 16-jährigen Angeklagten – eine Rumänin – erklärte, sie habe nur zugesehen. Ihre ebenfalls 16-jährige Freundin mit syrischen Wurzeln behauptete, sie habe sich lediglich gegen Schläge mit einem Gürtel gewehrt. Der 18-jährige Mitangeklagte schilderte wiederum einen völlig anderen Ablauf.

Der vorsitzende Richter Andreas Hautz zeigte sich zunehmend ungehalten:

„Sie erzählen doch irgendwas. Einfach das, was rauskommt.“

Auch Staatsanwaltschaft und Gerichtsmediziner äußerten massive Zweifel an den Darstellungen der Angeklagten.

Milieu: Drogen, keine Schule, ständige Polizeikontakte

Die Wiener Staatsanwaltschaft zeichnete ein düsteres Bild des Umfelds, aus dem die Jugendlichen stammen. Alle drei gelten als drogenabhängig, lebten oder leben in betreuten Wohngemeinschaften, besuchen keine Schule und haben keine Ausbildung.

Der Westbahnhof und der Emil-Maurer-Park seien bekannte Treffpunkte der Gruppe. Dort komme es laut Anklage immer wieder zu Straftaten und Polizeieinsätzen.

Bezeichnend für das Milieu: Auch viele Zeugen im Prozess sitzen derzeit selbst in Haft und mussten von der Justizwache vorgeführt werden.

Hohe Strafen drohen

Sollte das Gericht den Tatvorwurf des versuchten Mordes bestätigen, drohen den beiden 16-jährigen Mädchen bis zu zehn Jahre Haft. Dem älteren Burschen, der zum Tatzeitpunkt 17 war, drohen sogar bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Der Prozess gestaltet sich schwierig und nervenaufreibend. Die Verhandlungen werden fortgesetzt, ein Urteil ist noch offen.

Zusammenhang mit weiterer Gewalt am Westbahnhof

Brisant: Nur Stunden vor der mutmaßlichen Messerattacke soll es in derselben Szene zu einem weiteren brutalen Angriff gekommen sein – diesmal auf drei asiatische Zufallsopfer. Auch hier tauchen dieselben Jugendlichen als Beschuldigte auf. Das Verfahren wird derzeit jedoch nicht weiterverfolgt, weshalb sie in diesem Fall als Zeugen auftreten mussten.

Ein junger Syrer wurde für diese Tat bereits zu zwei Jahren Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt.

Fazit: Jugendgewalt im Fokus der Justiz

Der Fall sorgt nicht nur wegen des Mordvorwurfs für Aufsehen, sondern auch wegen des Alters der Angeklagten. Er wirft erneut Fragen zur Jugendkriminalität, zu öffentlichen Brennpunkten in Wien und zum Umgang mit hochgefährlichen Gewalttaten durch Minderjährige auf.

(fd/apa)

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