Wien: Suderplan für alle

Anonymes Beschweren

(30.10.2026) Touris, die zu langsam gehen, eine Ampel, die nie grün wird, oder Nachbarn, die viel zu laut sind - am Wiener "Suderplan" kann man genau diese Ärgernisse festhalten.

Seit 19. Oktober gibt es die Online-Plattform, die alle Wienerinnen und Wiener das tun lässt, was sie am liebsten machen: Sudern. Gegründet wurde der Suderplan von ehemaligen TU-Studierenden, die eine niederschwellige Bürgerbeteiligung fördern wollen.

Wie funktioniert's?

Man muss nur den Ort auf einer Karte wählen und sich dann eine von zwölf Kategorien aussuchen. Dazu zählen etwa Öffis, Radler, "Tschesnlenker" oder auch Sauwetter. Anonym kann man dann in ein oder zwei Sätzen seinen Ärger rauslassen.

"Sudern ist erlaubt. Hetze nicht", mahnt der Instagram-Kanal des Suderplans aber.

Andere können die Sudereien dann lesen und natürlich mitsudern. So kann man abstimmen, ob man den Grund zum Sudern auch kennt, ihn vielleicht gar nicht glaubt oder aber einfach nur sagen "Na servas...".

Die besten Beispiele

Dass das Projekt gut ankommt, zeigt sich bereits: Viele Menschen haben auf der Seite bereits ihren Grant öffentlich gemacht. So schreibt etwa jemand in Simmering: "Irgendein Wichtiger rauscht regelmäßig mit so einem unnedig lauten Auto extra schnell in der 30er Zone durch."

Im Bezirk Wien-Landstraße heißt es hingegen: "Warum muss man immer so lange bei der Ampel warten als Fußgängerin? Ich habe hier 4 Leben fast komplett durchgelebt, geweint, gelacht, Minusstunden gemacht."

Am Zentralfriedhof hat man andere Probleme: "Das Ehrengrab von Udo Jürgens ist wirklich schlecht gepflegt. Der einst weisse Marmor ist schwarz, die Grabbeilagen sind zT sehr heruntergekommen und verfallen. Sehr sehr ärgerlich."

Wer mitsudern will, kann das hier tun.

(KS)

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