Wirtschaft wächst leicht
BIP steigt um 0,6 Prozent
(05.03.2026) Nach zwei Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung zeigt sich in Österreich wieder eine leichte wirtschaftliche Erholung. Laut Statistik Austria ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 um 0,6 Prozent gestiegen. Damit fiel das Wachstum etwas stärker aus als von den Wirtschaftsforschungsinstituten Wifo und IHS, die jeweils nur 0,5 Prozent erwartet hatten.
Erste leichte Konjunkturerholung
„Nach zwei Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung zeigte sich im Jahr 2025 wieder eine leichte Konjunkturerholung“, erklärte Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria.
© APA | Statistik Austria
Allerdings blieb die Dynamik zuletzt schwach: Im vierten Quartal 2025 stagnierte die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum vorherigen Quartal.
Dienstleistungssektor treibt Wirtschaft an
Besonders stark entwickelte sich laut den vorläufigen Berechnungen der Dienstleistungsbereich, der um 1 Prozent zulegte.
Vor allem der öffentliche Sektor trug zum Wachstum bei:
- Öffentliche Verwaltung
- Bildungswesen
- Gesundheitswesen
Diese Bereiche verzeichneten zusammen ein Plus von 2,8 Prozent.
Im vierten Quartal 2025 konnten einzelne Branchen deutlich zulegen. Besonders stark entwickelte sich die Beherbergung und Gastronomie, die ein Plus von 3,3 Prozent verzeichnete. Auch die Land- und Forstwirtschaft wuchs um 2,6 Prozent. Dämpfend wirkten sich hingegen sinkende Bruttoanlageinvestitionen (-2,1 Prozent) sowie ein Rückgang bei der Warenproduktion (-0,8 Prozent) aus.
Politik spricht von Trendwende
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) betonte, dass ursprünglich sogar ein Rückgang der Wirtschaftsleistung erwartet worden sei. Für 2026 hält er an der Wachstumsprognose von 1,2 Prozent fest.
Auch Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) sieht eine Trendwende, betont jedoch die Notwendigkeit von Reformen, Bürokratieabbau und einer schnellen Umsetzung der Industriestrategie.
Kritik von der Opposition
Die FPÖ sieht die Entwicklung deutlich kritischer. Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm erklärte, Österreich sei nur knapp an einer Stagnation vorbeigeschrammt. Der wichtigste Wachstumsimpuls sei aus dem öffentlichen Sektor gekommen, während das Wachstum gleichzeitig mit einem staatlichen Budgetdefizit von 4,5 Prozent erkauft worden sei.
(fd/apa)