Mehr ausländische Schüler

Aber weniger Förderbedarf

(05.09.2026) Die Zahl ausländischer Schüler ist im Schuljahr 2024/25 weiter gestiegen (plus 5,3 Prozent). Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die in der Schule besondere Deutschförderung brauchen, ist unterdessen erneut minimal gesunken. Insgesamt hatten zuletzt 4,4 Prozent aller Schülerinnen und Schüler Deutschförderbedarf, an Volksschulen knapp elf. Besonders groß ist der Anteil mit 35 Prozent unter Zuwanderern aus Syrien, zeigt ein neues Factsheet des Integrationsfonds ÖIF.

Auch Schüler, die in den vergangenen Jahren vor dem Ukraine-Krieg nach Österreich geflohen sind, brauchen besonders oft spezielle Unterstützung bei der Unterrichtssprache. Zuletzt wurden 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft beim MIKA-D-Test als "außerordentliche Schüler" eingestuft. Unter Kindern und Jugendlichen aus Rumänien haben - von der ersten Klasse Volksschule bis zur Matura betrachtet - 17 Prozent Deutschförderbedarf, nur geringfügig niedriger ist der Anteil bei Schülern aus der Türkei (16) und Afghanistan (15). Unter Kindern mit einem Pass aus dem Irak, Bosnien und Herzegowina und Serbien hat je ein Zehntel Deutschförderbedarf. In der Praxis sitzen vier von fünf "außerordentlichen Schülern" in einer Volksschule. Würde nur diese Gruppe berücksichtigt, fällt der Anteil an Schülern mit Deutschförderbedarf jeweils entsprechend höher aus.

Deutschprobleme in allen größeren Städten Thema

Die mit Abstand meisten Schüler, die laut dem Einstufungstest MIKA-D gröbere Probleme mit der Umgangssprache haben, gibt es in Wien. An den Volksschulen braucht hier fast jedes fünfte Kind Deutschförderung, in Oberösterreich und Vorarlberg ist es ein Zehntel. Am anderen Ende der Skala findet man Kärnten mit sechs und das Burgenland mit fünf Prozent.

In den größeren Städten ist Deutschförderung allerdings im ganzen Land ein Thema: In Wels und Linz ist der Anteil außerordentlicher Schüler mit 25 bzw. 22 Prozent noch größer als in Wien, in Steyr, Graz und Salzburg Stadt ist er mit 18 bis 19 Prozent kaum geringer. Sankt Pölten und Innsbruck kommen auf 16 Prozent.

Auch weniger Schüler mit anderer Erstsprache als Deutsch

Neben den Schülern mit Deutschförderbedarf gab es 2024/25 auch erneut einen leichten Rückgang beim Anteil an Schülern, die als erste im Alltag gebrauchte Sprache nicht Deutsch nennen (26 Prozent). Am weitesten verbreitete Erstsprachen waren dabei Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch, auch Rumänisch und Arabisch sind laut ÖIF - wenn auch in deutlich geringerem Umfang - in allen Schultypen deutlich vertreten.

In Wien ist der Anteil an Schülern mit nicht-deutscher Umgangssprache mit knapp 49 Prozent deutlich höher, in einzelnen Bezirken sind es über zwei Drittel (Ottakring, Simmering; Favoriten: 74). Mehr Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache als im Österreich-Schnitt gibt es auch in Vorarlberg (25 Prozent), die wenigsten sind es in Tirol und Kärnten mit rund 17 Prozent.

(APA/JuF)

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