Österreich will helfen

Brand-Katastrophe

(03.01.2026) Die Behandlung der zum Großteil schwer verletzten Menschen nach dem Brandinferno im Skiort Crans-Montana in der Schweiz wird zu einer europäischen Mammutaufgabe. Auch Österreich hat Hilfe angeboten. Die ursprünglich für Samstag geplante Überstellung von sechs Patientinnen und Patienten nach Wien und Graz wurde vorerst indes abgesagt, teilte das Innenministerium der APA mit. Das Angebot aus Österreich, medizinische Betreuung zu übernehmen, ist aber aufrecht.

Ob andere Opfer nach Österreich überstellt werden, sei unklar, die Entscheidung obliegt den Schweizer Behörden, hieß es aus dem Wiener Ministerium. Kurzfristige Änderungen seien laufend möglich.

Wunsch nach Verlegung in andere Länder

Zur nach derzeitigem Informationsstand abgesagten Übernahme hielt das Innenressort fest: "Die verantwortlichen Behörden in der Schweiz haben uns dies heute Morgen in einer Videokonferenz mitgeteilt. Grund dafür ist, dass bei zwei Personen keine medizinische Notwendigkeit einer Intensivbetreuung mehr bestünde und diese aus diesem Grund vorerst in Schweizer Betreuung verbleiben werden. Die vier anderen avisierten Patienten werden auf eigenen Wunsch hin nach Frankreich und Belgien verbracht."

Bei der Katastrophe war eine Bar in Crans-Montana in der Nacht auf den Neujahrstag in Brand geraten. Viele junge Menschen konnten sich nicht mehr oder nur schwer verletzt nach draußen retten. Insgesamt gab es mindestens 40 Tote, 119 Personen erlitten überwiegend schwere Brandverletzungen. Die Behandlung kann sich je nach Schweregrad über Monate hinziehen. Unter den Verletzten waren vor allem Schweizer, Franzosen und Italiener, Menschen aus Österreich und Deutschland nach bisherigen Angaben nicht. Über die Identität der 40 Toten machten die Behörden noch keine Angaben.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Das französische Paar, das die Bar betreibt, wurde als Zeugen verhört. "Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht", sagt der Wirt nach einem Bericht des Nachrichtenportals "20 Minuten". Sie kooperierten mit den Behörden.

Anklage wegen fahrlässiger Tötung nicht ausgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem Umbauarbeiten, verwendete Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutznormen und Flucht- und Evakuierungswege, wie Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte. Geprüft werde auch, ob Anwesende, die noch leben, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können.

Auf Fotos und Videos waren feiernde Menschen mit Feuerwerk bzw. Sprühkerzen in Champagnerflaschen zu sehen, das nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesteckt haben dürfte. In Betracht kämen etwa fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung, sagte Pilloud. Bisher gebe es aber keine strafrechtlich relevanten Anhaltspunkte, betonte sie.

(APA/KS)

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