2Pac: Prozess-Start!

30 Jahre nach Mord

(10.08.2026) Knapp 30 Jahre nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur beginnt in Las Vegas ein Gerichtsverfahren gegen den mutmaßlichen Drahtzieher der Tat. Der Prozess startet nach Angaben von US-Medien am Montag mit der Auswahl der Geschworenen und dauert voraussichtlich etwa einen Monat. Im Fall einer Verurteilung drohe dem 63-jährigen Verdächtigen eine lebenslange Gefängnisstrafe, hieß es.

Der frühere Gang-Anführer war 2023 in Las Vegas festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Zuvor hatte er allerdings mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem 1996 in Las Vegas die Schüsse auf Shakur abgefeuert wurden. Er sei der einzige Insasse aus dem Auto, der noch lebe, hatte er in Interviews gesagt und auch in einer Autobiografie geschrieben. Die tödlichen Schüsse habe aber sein Neffe abgegeben.

Lange fehlten ausreichende Beweise, um den Fall vor Gericht zu bringen. Am Ende hätten unter anderem die eigenen Worte des Festgenommenen die Untersuchungen weitergebracht, hieß es nach Angaben der Polizei.

Ermittler sehen Rache als Tatmotiv

Der 25 Jahre alte Shakur wurde am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen und starb sechs Tage später im Krankenhaus. Der Rapper war nach Angaben der Ermittler in der Tatnacht mit Suge Knight, Mitbegründer des für Gangsta-Rap bekannten Labels Death Row Records, unterwegs. In einem Hotel sei es zu einer Schlägerei gekommen, bei der ein Neffe des Verdächtigen von Shakur und Knight verprügelt worden sei.

Onkel und Neffe gehörten demnach einer südkalifornischen Bande an, die mit der Gang, der Suge Knight nahestand, verfeindet war. Von Rache motiviert habe der Angeklagte eine Waffe besorgt und sie dann im weißen Cadillac den hinten sitzenden Männern gereicht, um auf Shakur und Knight zu schießen, hieß es.

Songs über Aufstand und Armut

Shakur gehörte zu den erfolgreichsten Rap-Künstlern der 1990er-Jahre. In zahlreichen Liedern hatte er ein Leben als Gangster porträtiert und zum Aufstand gegen Rassismus und die Armut in den schwarzen Ghettos aufgerufen. Der Hip-Hop-Star war zeitweise in Drogenhandel und andere Kriminalität verwickelt, er kam auch ins Gefängnis. Millionen Fans weltweit verehren den Rapper und seine Musik noch immer.

(apa/mc)

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