AKW läuft heiß!
Reaktor abgeschaltet!
(09.07.2026) Die anhaltende Hitzewelle in Frankreich hat erneut Auswirkungen auf die Energieversorgung. Im Atomkraftwerk Golfech im Süden des Landes wurde am Donnerstag einer der beiden Reaktoren abgeschaltet. Grund dafür ist die ungewöhnlich hohe Temperatur der Garonne, aus der das Kraftwerk Kühlwasser entnimmt.
Fluss wird für den Reaktorbetrieb zu warm
Nach Angaben des Betreibers EDF hat sich das Wasser der Garonne in den vergangenen Tagen stark erwärmt. Für Freitag werden bis zu 28 Grad erwartet. Um die Umwelt zu schützen, wurde deshalb einer der Reaktoren vorsorglich vom Netz genommen.
Der zweite Reaktor des rund 90 Kilometer nordwestlich von Toulouse gelegenen Atomkraftwerks ist derzeit ohnehin wegen geplanter Wartungsarbeiten außer Betrieb.
Schutz für Tiere und Pflanzen
Atomkraftwerke benötigen große Mengen Kühlwasser. Das Wasser wird nach der Kühlung wieder in den Fluss eingeleitet. Damit Fische und andere Wasserlebewesen nicht zusätzlich belastet werden, gelten in Frankreich strenge Umweltauflagen.
Für das AKW Golfech gilt, dass die Wassertemperatur nach der Rückleitung 28 Grad nicht überschreiten darf. Wird dieser Grenzwert erreicht oder droht überschritten zu werden, muss die Stromproduktion reduziert oder ganz eingestellt werden.
Schon Ende Juni musste einer der Reaktoren wegen der damaligen Hitzewelle heruntergefahren werden. Erst am 3. Juli war der Block wieder ans Netz gegangen. Nun zwingt die nächste Hitzewelle den Betreiber erneut zum Handeln.
Frankreich kämpft erneut mit extremer Hitze
Frankreich erlebt derzeit die nächste Hitzewelle des Sommers. Für 67 Départements galt zuletzt die zweithöchste Hitzewarnstufe Orange. In vielen Regionen steigen die Temperaturen deutlich über 30 Grad, im Südosten werden stellenweise bis zu 40 Grad erreicht.
Hitze belastet Europas Energieversorgung
Extreme Hitze stellt Atomkraftwerke in Europa regelmäßig vor Herausforderungen. Steigende Flusstemperaturen erschweren die Kühlung der Reaktoren und können dazu führen, dass Kraftwerke ihre Leistung drosseln oder vorübergehend abgeschaltet werden. Da Frankreich einen Großteil seines Stroms aus Kernenergie gewinnt, werden solche Maßnahmen europaweit aufmerksam verfolgt.
(fd/apa)