Asfinag: Gewinne steigen
Bau boomt: Strabag wächst
(28.04.2026) Während Österreichs Autobahnbetreiber Asfinag 2025 ein deutlich besseres Ergebnis einfährt, meldet auch der Baukonzern Strabag ein starkes Geschäftsjahr. Beide Entwicklungen zeigen: Infrastruktur bleibt ein Milliarden-Motor – trotz Kritik und Herausforderungen.
Asfinag steigert Gewinn – Kritik an Beton-Kurs
Die staatliche Asfinag erzielte 2025 einen Überschuss von 840 Millionen Euro, ein Plus von mehr als 14 Prozent und damit wieder auf dem Niveau von 2023. Haupttreiber waren steigende Mauteinnahmen, die um über acht Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro kletterten.
Vor allem der Schwerverkehr brachte mit knapp 1,8 Milliarden Euro den größten Anteil. Auch Vignetten und Streckenmaut legten deutlich zu. Gleichzeitig wurden die Preise angehoben – etwa die Pkw-Jahresvignette, die mittlerweile über 100 Euro kostet.
Trotz nur leicht gestiegener Fahrleistung investierte die Asfinag massiv: 1,6 Milliarden Euro flossen in Ausbau und Sanierung, langfristig sind bis 2031 sogar 12,5 Milliarden Euro geplant. Ein Großteil davon soll in die Erhaltung des bestehenden Netzes gehen.
Doch genau hier kommt Kritik auf: Grüne und Umweltorganisationen werfen der Asfinag vor, weiter stark auf Straßenbau zu setzen, statt mehr Geld in klimafreundliche Mobilität zu lenken.
Strabag wächst stark – Infrastruktur als Treiber
Parallel dazu meldet der Baukonzern Strabag ein Rekordjahr. Der Gewinn stieg um 11 Prozent auf rund 916 Millionen Euro, die Bauleistung überschritt erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro.
Wachstumstreiber waren vor allem große Infrastrukturprojekte – von Energie- und Verkehrsnetzen bis hin zu Hightech-Industriebauten. Auch international konnte die Strabag stark zulegen, etwa durch Projekte in Deutschland und neue Aktivitäten in Australien.
Ein wachsendes Geschäftsfeld ist zudem der Bereich Verteidigung: Hier baut der Konzern unter anderem militärische Infrastruktur wie Quartiere, Flughäfen oder Spitäler. Laut Unternehmen wird dieser Bereich in Europa weiter an Bedeutung gewinnen.
Herausforderungen bleiben – Wohnbau schwach
Trotz der starken Zahlen gibt es auch Probleme. Besonders in Österreich bleibt der Wohnungsbau schwach. Laut Strabag gehen Baugenehmigungen deutlich zurück, während gleichzeitig der Bedarf an neuen Wohnungen hoch bleibt.
Zusätzlich belasteten zuletzt hohe Kartellstrafen das Ergebnis im Inland. Auch steigende Baukosten und strengere Kreditvergaben bremsen die Branche.
Infrastruktur boomt – aber Debatte wächst
Sowohl die Asfinag als auch die Strabag profitieren aktuell stark von Investitionen in Infrastruktur. Während der Staat Milliarden in Straßen und Sanierungen steckt, sichern Großprojekte den Baukonzernen volle Auftragsbücher.
Gleichzeitig wächst jedoch die Debatte: Wie viel Geld soll weiterhin in Straßen fließen – und wie viel in klimafreundliche Alternativen? Klar ist: Der Infrastruktur-Boom hält an – doch die Diskussion darüber wird lauter.
(fd/apa)