Harte Drogen in Tirol?

3 Mädchen (13,14,16) tot!

(28.04.2026) Die Zahlen sind alarmierend, die Schicksale dahinter erschütternd: In Tirol geraten immer mehr Mädchen und junge Jugendliche in einen hochriskanten Drogenkonsum. Was lange ein Randphänomen war, hat sich laut Experten in den vergangenen Jahren massiv verschärft – mit tödlichen Folgen.

Mädchen besonders betroffen – und immer jünger

Was auffällt: Der Trend hat ein klares Gesicht – und das ist zunehmend weiblich.
Ärzte und Suchtberater berichten, dass vor allem Mädchen immer früher und immer intensiver konsumieren. Teilweise handelt es sich um Kinder im Alter von nur zwölf oder 13 Jahren.

Mehrere tragische Fälle haben zuletzt für Aufsehen gesorgt: In Tirol starben innerhalb kurzer Zeit mehrere minderjährige Mädchen an Überdosen. Die Betroffenen waren laut Berichten zwischen 13 und 16 Jahre alt. Namen oder Details werden aus Gründen des Opferschutzes nicht genannt.

Intensivstationen: Fälle mehr als verdoppelt

Auch im Gesundheitssystem zeigt sich die dramatische Entwicklung. Laut dem Innsbrucker Kinderarzt Klaus Kapelari haben sich die Fälle massiv erhöht.

Im APA-Gespräch erklärte er:
Richtig explodiert sind die Zahlen in den Pandemie-Jahren und erreichten 2022 ein absolutes Hoch.“

Während früher jährlich etwa 25 bis 35 Jugendliche wegen Überdosen oder Vergiftungen auf Intensivstationen behandelt wurden, waren es 2022 bereits 56 Fälle – mehr als doppelt so viele.

Derzeit gebe es in Tirol rund 160 bis 170 Jugendliche, die regelmäßig gefährlich konsumieren. Etwa 30 davon würden immer wieder mit schweren Vergiftungen auffallen. Besonders besorgniserregend: Eine kleine Gruppe von fünf bis zehn Jugendlichen gilt als akut lebensgefährdet.

„Seit 2019 habe ich aufgehört zu zählen“

Auch in der Suchtberatung spitzt sich die Lage zu. Gerhard Jäger vom Innsbrucker Beratungszentrum „Z6“ beschreibt die Entwicklung drastisch.

Im APA-Interview sagte er:
In den ersten 15 Jahren habe ich vier oder fünf Todesfälle mitbekommen. Seit 2019 habe ich aufgehört zu zählen.

Allein heuer habe es bereits mehrere drogenbedingte Todesfälle gegeben. Gleichzeitig würden die Klientinnen immer jünger:
Vor drei Jahren waren wir schockiert über 14-Jährige. Letztes Jahr waren dann die ersten Zwölfjährigen da.

Harte Drogen statt Cannabis

Ein weiterer alarmierender Trend: Die konsumierten Substanzen haben sich verändert. Während früher meist Cannabis im Vordergrund stand, greifen viele Jugendliche heute zu deutlich gefährlicheren Mischungen.

Experten berichten von Kombinationen aus:

  • Opiaten und Kokain
  • Benzodiazepinen
  • Ecstasy, Alkohol und Cannabis
  • zunehmend auch Ketamin

Viele dieser Substanzen werden einfach über das Internet beschafft. Für Ärzte wird es dadurch immer schwieriger, im Notfall die richtige Behandlung zu finden.

Hinter dem Konsum: Trauma und Gewalt

Besonders erschütternd sind die Hintergründe vieler Fälle. Laut Experten steckt hinter hochriskantem Konsum oft ein frühkindliches Trauma oder eine psychische Erkrankung. Gerade bei Mädchen spielen laut APA-Bericht häufig auch sexualisierte Gewalt oder Ausbeutung eine Rolle. In manchen Fällen würden junge Konsumentinnen im Austausch für Drogen missbraucht werden.

Politik reagiert – Kritik bleibt

Die Tiroler Landesregierung kündigte inzwischen Maßnahmen an. Geplant sind in Innsbruck drei spezialisierte Betreuungsplätze mit 24-Stunden-Betreuung für besonders gefährdete Kinder und Jugendliche. Rund 800.000 Euro sollen investiert werden. Doch die Kritik lässt nicht lange auf sich warten. Die FPÖ hält das Angebot zwar für notwendig, bemängelt aber die Freiwilligkeit. Parteichef Markus Abwerzger fordert strengere gesetzliche Möglichkeiten bis hin zu Zwangsmaßnahmen und einer Debatte über die Strafmündigkeit.

Expertenforderung

Die Entwicklung in Tirol zeigt eine besorgniserregende Dynamik: Immer jüngere Jugendliche – vor allem Mädchen – geraten in gefährliche Konsummuster, die oft tödlich enden können. Die Zahlen steigen, die Fälle werden komplexer – und die Ursachen liegen oft tief. Für Experten ist klar: Es braucht nicht nur mehr Therapieplätze, sondern auch frühere Hilfe, bessere Prävention und einen stärkeren gesellschaftlichen Fokus auf das, was hinter diesen Schicksalen steckt.

(fd/apa)

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