Babymilch-Skandal: Justiz aktiv

Staatsanwaltschaften ermitteln

(07.08.2026) Im Fall um verunreinigte Babymilch sind nach Frankreich nun auch in Österreich Ermittlungen aufgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt im Fall Danone, jene in Wien hat Ermittlungen gegen Nestlé eingeleitet, bestätigten die Behörden. Den Ermittlungen ging eine Strafanzeige von Foodwatch gegen die beiden Konzerne voraus, teilte die Organisation am Donnerstag mit.

Foodwatch stehe in Kontakt mit den Behörden und liefere Informationen, um den Skandal bestmöglich aufklären zu können, hieß es in der Mitteilung weiter. Begrüßt wird auch eine Zivilrechtsklage, die in Dornbirn gegen den Konzern Nestlé eingebracht wurde. Die betroffenen Eltern erheben Ansprüche gegen den Hersteller nach dem Produkthaftungsgesetz sowie auf Schmerzensgeld und Pflegeaufwand.

Das von der Familie in Auftrag gegebene mikrobiologische Gutachten könnte auch für weitere Betroffene wichtige Vorarbeit für rechtliche Schritte leisten. "Die aktuellen Geschehnisse stimmen uns vorsichtig optimistisch und zeigen, dass sich hartnäckige Aufklärungsarbeit lohnt. Endlich bekommt dieser Skandal die Aufmerksamkeit, die sich all die Betroffenen verdienen", sagte Markus Linkeseder von Foodwatch Österreich.

Neue Details ans Licht gekommen

In Frankreich, wo die Staatsanwaltschaft nach einer Foodwatch-Anzeige ebenfalls ermittelt, hätten Recherchen von Radio France, RTS und RTBF den Angaben zufolge neue Details ans Licht gebracht. Demnach soll die Staatsanwaltschaft einen konkreten Zusammenhang zwischen dem Konsum kontaminierter Säuglingsnahrung und dem Nachweis von Toxinen im Stuhl eines 24 Tage alten Säuglings bestätigt haben. Das könnte ein wichtiger Baustein in den Ermittlungen sein, da die Konzerne bisher jeglichen Zusammenhang negierten.

Bei Foodwatch hätten sich seit Beginn des Skandals etwa 90 Betroffene gemeldet, die einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Verabreichung der potenziell kontaminierten Babymilch und dem Auftreten von Symptomen gegenüber der Organisation bestätigen, berichtete die Organisation. "Laut unseren Informationen wurde das medizinische Personal in Österreich sehr spät über die Kontamination informiert, was zur Folge hatte, dass bei den erkrankten Säuglingen kaum Untersuchungen auf eine mögliche Cereulid-Vergiftung stattgefunden haben und wenn Stuhlproben genommen wurden, dann zu spät", fügte Markus Linkeseder hinzu.

Mehrere Hersteller hatten im Winter in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen. Grund war die mögliche Verunreinigung der Produkte mit dem Giftstoff Cereulid, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Neben Österreich haben auch Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Spanien und das Vereinigte Königreich Fälle gemeldet, die untersucht wurden.

(apa/mc)

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