Bergrettung: Gefährlicher Einsatz
20-Jähriger zurückgelassen
(01.11.2026) Ein unterkühlter und erschöpfter 20-jähriger Bergsteiger ist bei einem Nachteinsatz der Bergrettung im Hochkönigmassiv (Bez. St. Johann im Pongau) aus 2.600 Meter Seehöhe gerettet worden. Laut den Einsatzkräften dauerte der Einsatz 14 Stunden und war "für alle lebensgefährlich". Der 20-jährige Deutsche war von zwei Begleitern zurückgelassen worden, die Alpinpolizei ermittelt zum Einsatz.
Der 20-Jährige und seine beiden Begleiter stiegen am Samstagnachmittag - laut Bergrettung Mühlbach "viel zu spät" - und trotz eindringlicher Warnung einer weiteren Bergsteigerin sowie bei schlechter Wetterprognose in den Klettersteig Königsjodler ein. Im Bereich des Notausstiegs auf etwa 2.600 Meter Seehöhe kam der 20-Jährige nicht mehr weiter, er setzte gegen 19.00 Uhr einen Notruf ab. Seine beiden Kameraden führten die Tour unbeirrt fort und erreichten in der Nacht das schon geschlossene Matrashaus (2.941 Meter).
Hubschrauber konnte nicht fliegen
Die Bergrettung stieg von der Stegmoosalm zum 20-Jährigen auf. Der alarmierte Hubschrauber konnte aufgrund der Wetterbedingungen nicht fliegen. Während der Bergung kam es zu einem weiteren Kälteeinbruch mit viel Schneefall. Die Bergretter trafen erst kurz vor Mitternacht bei dem 20-Jährigen ein. Der Abstieg erfolgte unter äußerst schwierigen und gefährlichen Bedingungen.
"Er wurde für den Abstieg im Tiefschnee angeseilt. Es hatte rund 20 Zentimeter geschneit, und der Steig war nicht mehr sichtbar, es herrschte Absturzgefahr, die Wegfindung war sehr schwierig. Außerdem gingen auch Schneerutschen im steilen Gelände ab", so die Bergrettung. Bei dichtem Schneetreiben und wenig Sicht erreichten die Bergretter mitsamt dem 20-Jährigen kurz vor 8.20 Uhr die Erichhütte (1.545 Meter).
Der Pongauer Bezirksleiter der Bergrettung Salzburg, Gerhard Kremser, stellte fest: "Eine weitere Nacht dort oben, bei Schneefall und unter diesen Bedingungen, hätte er vermutlich nicht überlebt." Der Einsatz zeige, wie schnell aus Selbstüberschätzung, Missachtung von Warnungen und falscher Tourenplanung eine lebensbedrohliche Situation entstehen könne. Die beiden Begleiter des 20-Jährigen befanden sich am Sonntagvormittag auf dem Abstieg in Richtung Arthurhaus (1.505 Meter).
(APA/CD)