Boeing hebt in München spät ab
Knapp an Katastrophe vorbei
(17.08.2026) Ein Boeing-Dreamliner ist am Münchner Flughafen nur knapp einer schweren Katastrophe entgangen. Beim Start der Vietnam-Airlines-Maschine kam es zu einem beinahe folgenschweren Zwischenfall.
Die Boeing 787 hob am Samstagnachmittag erst hinter dem Ende der Südbahn ab. Auf Aufnahmen sind dabei Staubwolken und heftige Erschütterungen in der Kabine zu sehen. Laut der Plattform „Aviation Herald“ sollen zudem mindestens die Bremsen auf der rechten Seite des Flugzeugs blockiert gewesen sein.
Wegen der niedrigen Geschwindigkeit schlug das Heck der Maschine auf der Startbahn auf und wurde erheblich beschädigt. Die Piloten brachten das Flugzeug anschließend zurück zum Flughafen. Bei der Landung auf der Nordbahn wurden mehrere Reifen des Hauptfahrwerks zerstört. Verletzt wurde nach Angaben des Flughafens niemand.
Warum wurde nicht abgebrochen?
Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt bezeichnete den Vorfall gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als äußerst kritisch. Ohne das rechtzeitige Hochziehen der Maschine hätte es nach seiner Einschätzung zu einem Feuerball mit zahlreichen Todesopfern kommen können. Auch Menschen außerhalb des Flughafengeländes hätten gefährdet sein können.
Nun soll die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung den genauen Ablauf klären. Dafür werden unter anderem Flugdatenschreiber und Stimmenaufzeichnungen aus dem Cockpit ausgewertet. Die Untersuchung dürfte mehrere Monate dauern.
Eine zentrale Frage ist, warum die Besatzung den Start nicht früher abgebrochen hat. Die Südbahn ist rund 4.000 Meter lang und bietet damit grundsätzlich ausreichend Sicherheitsreserven.
Trotz des Zwischenfalls sieht Großbongardt keinen Anlass, grundsätzlich an der Sicherheit der Boeing 787 zu zweifeln. Der Dreamliner sei ein sehr sicheres Verkehrsflugzeug. Bei einem früheren Vorfall mit einer 787 in Frankfurt war ein Wartungsfehler als Ursache festgestellt worden.
(APA/VP)