Touristenansturm in Dolomiten

Social Media ist schuld

(17.08.2026) Was einst nach Ruhe und Bergidylle klang, gleicht heute vielerorts einem touristischen Ausnahmezustand. In den Dolomiten sorgen riesige Besuchermengen, virale Social-Media-Trends und rücksichtsloses Verhalten für zunehmende Spannungen.

Massentourismus erreicht jetzt auch die Berge

Besonders beliebte Wanderwege und Hütten sind in der Hochsaison überfüllt. Manche Touristen nehmen lange Wartezeiten für angesagte Spezialitäten in Kauf und reisen teilweise schlecht ausgerüstet an. Nach Ansicht von Bergrettern und Einheimischen geht es vielen Besuchern vor allem darum, spektakuläre Bilder für soziale Netzwerke zu machen.

Auch die Drei Zinnen sind vom Ansturm betroffen. In Misurina bildeten sich zuletzt lange Schlangen vor den Shuttlebusen. In der Hochsaison kommen täglich Tausende Menschen in die Region.

Streit um Wege und Regeln

Der zunehmende Tourismus sorgt auch bei den Einheimischen für Ärger. Am Seceda protestieren Almbesitzer gegen Besucher, die ihre Wiesen betreten. Ein mobiles Drehkreuz sollte symbolisch eine „Wegmaut“ darstellen. Gleichzeitig sorgt der Streit zwischen Landwirten und Gemeinden für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Auch Cortina d’Ampezzo reagiert auf die Probleme. Die Gemeinde plant strengere Regeln gegen wildes Campieren, das Schlafen auf Parkbänken und unangemessenes Verhalten im öffentlichen Raum. Für Verstöße sind Geldstrafen von bis zu 500 Euro vorgesehen.

Die Behörden betonen, dass der Tourismus nicht verhindert werden soll. Vielmehr soll verhindert werden, dass die Natur und das Zusammenleben unter dem Besucheransturm leiden.

Die Dolomiten zeigen damit ein Problem, das viele beliebte Reiseziele kennen. Denn, je erfolgreicher ein Ort auf Instagram und Co. wird, desto größer kann der Andrang werden. Aus der Suche nach einem ruhigen Naturerlebnis wird so schnell ein Massenphänomen.

(VP)

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