Cobra-Einsatz: Stier getötet

Tierleid am Hof

(04.10.2026) Ein Stier, der am Samstag vor einer Woche in Achenkirch (Tiroler Bezirk Schwaz) einen 44-jährigen Bauer und dessen 68-jährige Cousine angegriffen und verletzt hatte, ist am vergangenen Donnerstag von der Polizeispezialeinheit Cobra bei einer Hof-Kontrolle durch das Veterinäramt erschossen worden. Dem Landwirt wurden zudem mehrere Tiere wegen Missständen am Hof abgenommen, wie die "Kronen Zeitung" berichtete (Sonntag-Ausgabe). Den Cobra-Einsatz bestätigte die Polizei der APA.

Laut Bericht führten Beamte der Veterinärabteilung der Bezirkshauptmannschaft Schwaz und der Gemeinde sowie ein Tierarzt die Kontrolle durch, um die Haltung am Betrieb genauer unter die Lupe zu nehmen. Tatsächlich sollen laut Zeitung auch Tiere abgenommen worden sein. Der Stier, welcher bereits vor einer Woche zwei Menschen angegriffen hatte, musste von der Polizeieinheit Cobra erschossen werden.

Tote Tiere im Stall gefunden

Wie die "Tiroler Tageszeitung" online berichtete, stellten die Behörden eine "massive Tierwohlgefährdung" auf dem Bauernhof fest. Mehrere Tiere waren bereits tot, zahlreiche weitere wurden unter katastrophalen Bedingungen gehalten. Rund 30 Nutztiere, vorwiegend Kühe, wurden dem 44-jährigen Bauern daraufhin behördlich abgenommen.

Große Probleme gab es offenbar wieder mit dem Stier, der für die Attacke vor einer Woche verantwortlich war. Dieser befand sich auf einer Weide und habe sich erneut "äußerst aggressiv" verhalten, wie es von den Behörden gegenüber der Zeitung hieß. Aufgrund der Gefährdungslage für die Einsatzkräfte und die Bevölkerung habe man sich für die Tötung des Stieres vor Ort entschieden. Weitere verwaltungs- und strafrechtliche Ermittlungen durch Behörden und Polizei seien im Gange.

"Hilfe annehmen kein Zeichen von Schwäche"

Die aufgedeckten Missstände auf dem Tiroler Bauernhof riefen am Sonntag auch den Präsidenten der Tiroler Landwirtschaftskammer, Josef Hechenberger, auf den Plan. Für ihn sei dies ein "Einzelfall", welcher das "Vertrauen in Tirols bäuerliche Tierhaltung nicht erschüttern" dürfe, wie er in einer Presseaussendung bekräftigte. Gleichzeitig appellierte er an Bauernfamilien, "rechtzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen". So gebe es bei persönlichen, familiären oder betrieblichen Herausforderungen ein breites Beratungs- und Unterstützungsangebot in der Landwirtschaftskammer Tirol. "Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Verantwortung - für die Familie, den Betrieb und vor allem für die Tiere", so Hechenberger.

Der Stier hat Samstagfrüh vor einer Woche auf einer Weide den 44-jährigen Bauer sowie dessen 68-jährige Cousine attackiert und verletzt. Der Bauer hatte versucht, den Stier mit zwei Stöcken von der Kuhherde zu trennen. Das Tier erfasste daraufhin den Mann mit den Hörnern, schleuderte ihn durch die Luft und drückte ihn zu Boden. Schließlich wurde er über die Weide gestoßen. Die Frau, die zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls umgestoßen und zu Boden gedrückt. Die Frau wurde mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Kufstein geflogen. Der Bauer wurde zwar von einem Rettungsteam und einem Notarzt erstversorgt, den Transport in ein Spital lehnte er jedoch ab.

(APA/KS)

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