Das Auto und der liebe Sprit
Diesel in Tirol besonders teuer
(25.09.2026) Die Spritpreise in Österreich bleiben auf hohem Niveau. Für Diesel weist die E-Control für Donnerstag, den 24. September, österreichweit einen Medianpreis von 2,239 Euro pro Liter aus. Superbenzin lag bei 1,939 Euro pro Liter. Besonders teuer war Diesel unter anderem in Tirol mit 2,289 Euro. In Wien lag der Median bei 2,244 Euro für Diesel und ebenfalls 1,939 Euro für Super.
Diesel binnen eines Jahres um fast ein Drittel teurer
Wie deutlich sich die Lage an den Zapfsäulen verschärft hat, zeigt auch der Energiepreisindex der Österreichischen Energieagentur. Von Juli auf August 2026 verteuerte sich Diesel um 9,6 Prozent, Superbenzin um 1,6 Prozent. Im Vergleich zum August des Vorjahres fiel der Anstieg noch wesentlich stärker aus: Diesel kostete 32,6 Prozent mehr, bei Superbenzin betrug das Plus 18,2 Prozent. Als wesentliche Belastungsfaktoren gelten die angespannte internationale Energiemarktlage und die Entwicklung der Ölpreise. In Deutschland ist der Sprit allerdings noch teurer als bei uns.
Neue Spritpreisbremse soll rund 12 Cent Entlastung bringen
Die Bundesregierung will deshalb die bereits bestehende Spritpreisbremse in Österreich für Oktober und November deutlich ausweiten. Geplant ist eine Senkung der Mineralölsteuer um bis zu 6,7 Cent pro Liter. Zusätzlich soll wieder eine Margenbegrenzung von 3,5 Cent für die Treibstoffbranche greifen. Durch den daraus resultierenden niedrigeren Mehrwertsteuerbetrag soll sich die gesamte Entlastung auf rund beziehungsweise mehr als zwölf Cent pro Liter Benzin und Diesel summieren.
Die Maßnahme ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Der entsprechende Gesetzesantrag sieht ein Inkrafttreten mit 1. Oktober 2026 und ein Auslaufen mit Ende November vor. Der Nationalrat soll dafür am 28. September zu einer Sondersitzung zusammentreten, der Bundesrat am 29. September.
Kickl kritisiert „Zwölf-Cent-Mini-Preisbremse“
FPÖ-Chef Herbert Kickl hält die geplante Entlastung für nicht ausreichend. Er bezeichnete die Maßnahme am Freitag als „Zwölf-Cent-Mini-Preisbremse“ und erklärte, die Bevölkerung brauche dauerhaft leistbare Spritpreise. Seine Partei fordert weitergehende Schritte. Im Parlament liegt dazu ein FPÖ-Antrag vor, der eine Abschaffung der CO₂-Bepreisung sowie eine Halbierung der Mineralölsteuer von Oktober bis Ende Dezember vorsieht.
Kritik übt Kickl außerdem am geplanten Erneuerbaren-Energien-Gesetz Verkehr (EEG-V). Aus seiner Sicht würden strengere Vorgaben für Kraftstoffanbieter zusätzliche Kosten verursachen, die letztlich bei Pendlern, Familien und Unternehmen ankommen könnten. Auch Vertreter der Verkehrs- und Energiebranche haben vor möglichen Mehrkosten durch die geplanten Vorgaben gewarnt. Dabei handelt es sich jedoch um Prognosen und Bewertungen der Kritiker zur künftigen Kostenentwicklung, nicht um bereits eingetretene Preissteigerungen durch das Gesetz.
Spritpreise bleiben politisches Streitthema
Fest steht: Noch bevor die ausgeweitete Spritpreisbremse greifen kann, zahlen Autofahrer in Österreich derzeit deutlich mehr als vor einem Jahr. Beim Diesel liegt der bundesweite Median inzwischen bei 2,239 Euro, bei Superbenzin bei 1,939 Euro. Ob die für Oktober und November geplante Entlastung von rund zwölf Cent tatsächlich vollständig an den Zapfsäulen ankommt, wird sich nach dem parlamentarischen Beschluss und der Umsetzung der Steuer- und Margenmaßnahmen zeigen.
(fd/apa)