Drohneneinschlag in Rumänien

EU und Nato sehen Eskalation!

(29.05.2026) Der Krieg in der Ukraine hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. In der rumänischen Grenzstadt Galați ist eine russische Drohne in ein Wohnhochhaus eingeschlagen. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, ein Brand brach im zehnten Stock des Gebäudes aus. Der Vorfall sorgt international für Empörung, schließlich handelt es sich bei Rumänien um einen NATO- und EU-Mitgliedstaat.

Drohne schlägt in Wohnhaus ein

Der Einschlag ereignete sich in der Nacht auf Freitag in der Stadt Galați, die nur wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. Nach Angaben der rumänischen Behörden drang die Drohne während eines russischen Angriffs auf Ziele in der Ukraine in den rumänischen Luftraum ein und stürzte schließlich auf das Hochhaus. Eine 53-jährige Frau und ihr 14-jähriger Sohn erlitten dabei leichte Brandverletzungen. Beide konnten vor Ort versorgt werden.

Rumänien spricht von schwerer Eskalation

Die rumänische Regierung reagierte umgehend. Präsident Nicușor Dan berief den Nationalen Verteidigungsrat ein und kündigte diplomatische Schritte gegen Russland an.

Bukarest spricht von einer „schweren und unverantwortlichen Eskalation“ sowie einer Verletzung des rumänischen Luftraums und des Völkerrechts. Zusätzlich wurde der russische Botschafter einbestellt. Das russische Konsulat in der Hafenstadt Constanța soll geschlossen werden.

Österreich bestellt russischen Botschafter ein

Auch Österreich reagierte scharf auf den Vorfall. Bundeskanzler Christian Stocker verurteilte den Angriff als „absolut verwerflich“ und sprach von einer gefährlichen Eskalation.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger bestellte daraufhin den russischen Botschafter in Wien ein. Europa werde sich nicht einschüchtern lassen, erklärte sie. Jeder weitere Angriff führe dazu, dass die europäischen Staaten enger zusammenrücken.

NATO sichert Rumänien Unterstützung zu

Der Vorfall löste auch innerhalb der NATO Alarm aus. Generalsekretär Mark Rutte sprach Rumänien die volle Solidarität des Bündnisses aus und betonte, dass die NATO jeden Zentimeter ihres Territoriums verteidigen werde.

Rumänien fordert bereits seit längerem zusätzliche Systeme zur Drohnenabwehr. Nach dem Einschlag kündigte die NATO an, die Verteidigungsfähigkeiten des Landes weiter auszubauen.

Auch die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien verurteilten den Vorfall scharf.

Russland warnt Europa

Für zusätzliche Brisanz sorgten Aussagen des früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Er erklärte, die Bürger Europas würden künftig nicht mehr ruhig schlafen können. Solche Vorfälle könnten sich wiederholen, insbesondere in Ländern, die die Ukraine militärisch unterstützen.

Eine direkte Verantwortung für die abgestürzte Drohne hat Russland bisher allerdings nicht offiziell übernommen.

Warum die Drohne nicht abgeschossen wurde

Viele Rumänen fragen sich inzwischen, warum die Drohne nicht abgefangen wurde. Laut dem rumänischen Verteidigungsministerium flog das Fluggerät extrem niedrig und war dadurch schwer zu orten.

Zudem hätte ein Abschuss über dicht besiedeltem Gebiet möglicherweise größere Schäden verursacht als der spätere Einschlag. Nach Angaben des Militärs befand sich die Drohne rund vier Minuten lang im rumänischen Luftraum.

Bereits dutzende Luftraumverletzungen

Es ist nicht das erste Mal, dass russische Drohnen rumänisches Staatsgebiet erreichen. Seit Beginn der verstärkten Angriffe auf ukrainische Donauhäfen wurden laut rumänischem Verteidigungsministerium bereits 28 Verletzungen des rumänischen Luftraums registriert.

Immer wieder wurden in Grenzgebieten Drohnentrümmer gefunden. Der aktuelle Einschlag in ein bewohntes Hochhaus gilt jedoch als einer der schwerwiegendsten Vorfälle bisher.

Sorge vor Ausweitung des Krieges

Der Vorfall zeigt, wie nah der Krieg mittlerweile an die Grenzen der Europäischen Union und der NATO herangerückt ist. Während Russland seine Angriffe auf ukrainische Infrastruktur fortsetzt, wächst in Europa die Sorge, dass es künftig häufiger zu Zwischenfällen auf NATO-Gebiet kommen könnte.

Der Einschlag in Galați dürfte die Diskussion über Luftverteidigung, Grenzsicherung und die Unterstützung der Ukraine weiter anheizen.

(fd/apa)

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