Trockenster Frühling ever

Historisches Klimaextrem

(29.05.2026) Österreich erlebt ein Klimaextrem historischen Ausmaßes. Laut der aktuellen Frühjahrsbilanz der GeoSphere Austria war der Frühling 2026 der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 169 Jahren. Noch nie seit 1857 fiel zwischen März und Mai so wenig Niederschlag wie heuer. Experten schlagen Alarm: Die Böden trocknen aus, die Grundwasserstände sinken und in manchen Regionen fehlt bereits ein Großteil des üblichen Regens.

Rekord seit Beginn der Messungen

Die Zahlen der GeoSphere Austria sind eindeutig: Österreichweit fiel im Frühling 2026 rund 50 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt.

Damit wurde der bisherige Negativrekord deutlich übertroffen. Vergleichbar trockene Frühlinge gab es zwar bereits 1865 und 1946, damals lag das Niederschlagsdefizit jedoch bei etwa 41 Prozent.

Besonders bemerkenswert: Die Trockenheit zog sich durch alle drei Frühlingsmonate.

So wenig Regen fiel im Frühling 2026

  • März: 58 Prozent weniger Niederschlag als üblich
  • April: 68 Prozent weniger Niederschlag als üblich
  • Mai: 33 Prozent weniger Niederschlag als üblich

In manchen Regionen fehlen bis zu 80 Prozent des Regens

Besonders betroffen sind Teile Oberösterreichs, Salzburgs, Niederösterreichs und weitere Regionen im Norden des Landes. Dort wurden stellenweise Niederschlagsdefizite von bis zu 80 Prozent gemessen.

Zusätzlich verschärfte ein bereits außergewöhnlich trockener Winter die Lage. Laut GeoSphere-Klimatologe Alexander Orlik habe sich die Trockenheit dadurch weiter intensiviert. Zwar sorgten einzelne Regenfälle im Mai kurzfristig für etwas Entspannung in den oberen Bodenschichten, die langfristigen Defizite seien jedoch weiterhin deutlich spürbar.

Grundwasserstände auf Rekord-Tief

Die Auswirkungen zeigen sich mittlerweile nicht nur an der Oberfläche. In mehreren Regionen Österreichs haben die Grundwasserstände bereits historische Tiefstände erreicht.

Für die Landwirtschaft wird die Situation zunehmend problematisch. Trockene Böden erschweren die Entwicklung vieler Kulturen, gleichzeitig steigt der Bedarf an künstlicher Bewässerung. Auch für Wälder und natürliche Ökosysteme bedeutet die anhaltende Trockenheit eine enorme Belastung.

Von Frost bis Hitzerekord

Während der Frühling beim Niederschlag historische Negativwerte brachte, zeigte sich das Wetter auch bei den Temperaturen von seiner extremen Seite.

Nach einem ungewöhnlich warmen März sorgte Ende des Monats ein Kaltlufteinbruch vor allem im Westen Österreichs und in höheren Lagen für einen markanten Temperatursturz. Auch die Eisheiligen Mitte Mai brachten noch einmal kühlere Luftmassen.

Zum Monatsende folgte jedoch das nächste Extrem: An 20 Wetterstationen wurden neue Mai-Hitzerekorde gemessen.

In Lienz kletterte das Thermometer am 26. Mai auf 33,3 Grad. Damit wurde der bisherige Mai-Rekord aus dem Jahr 2009 um mehr als ein Grad übertroffen.

Insgesamt lag der Frühling 2026 um 1,2 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Verglichen mit dem Klimamittel von 1961 bis 1990 betrug die Abweichung sogar 2,7 Grad.

Sonne in ganz Österreich

Die anhaltenden Hochdrucklagen sorgten nicht nur für Trockenheit, sondern auch für außergewöhnlich viele Sonnenstunden.

Österreichweit wurde ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt registriert. Besonders sonnig war es in Vorarlberg, im Tiroler Außerfern, in Oberösterreich, im Flachgau und im westlichen Niederösterreich.

Spitzenreiter war Podersdorf am Neusiedler See. Dort wurden zwischen März und Ende Mai beeindruckende 755 Sonnenstunden gemessen.

Wetter-Umschwung am Wochenende

Nach Wochen der Trockenheit könnte das Wochenende zumindest regional etwas Entspannung bringen. Meteorologen erwarten am Samstag zunächst noch freundliches und sommerlich warmes Wetter mit Temperaturen von bis zu 30 Grad.

Im Laufe des Tages bilden sich jedoch zunehmend Quellwolken. Vor allem im Bergland sowie im Westen und Norden Österreichs steigt die Wahrscheinlichkeit für Schauer und Gewitter.

Am Sonntag wird das Wetter vielerorts unbeständiger. Regional sind kräftige Gewitter mit Starkregen, Windböen und vereinzelt auch Hagel möglich. Die Temperaturen bleiben mit 25 bis 30 Grad dennoch auf sommerlichem Niveau.

Regen hilft – aber löst das Problem nicht

So willkommen die angekündigten Niederschläge auch sind: Experten warnen davor, die Trockenheit bereits als beendet anzusehen. Einzelne Gewitter können die dramatischen Niederschlagsdefizite der vergangenen Monate nicht ausgleichen.

Um die ausgetrockneten Böden zu regenerieren und die Grundwasserreserven wieder aufzufüllen, wären über Wochen hinweg flächendeckende und ergiebige Niederschläge notwendig.

Die aktuelle Klimabilanz zeigt deshalb vor allem eines: Österreich erlebt Wetterextreme in einer Intensität, wie sie vor wenigen Jahrzehnten noch kaum vorstellbar gewesen wären. Der trockenste Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen könnte erst der Auftakt für einen herausfordernden Sommer sein.

(fd/krone)

42 km/h mit dem Rollator?

Seniorin mit Sprint-Rekord?

Drohneneinschlag in Rumänien

EU und Nato sehen Eskalation!

12-Jährige wird zur Heldin!

NÖ: Bub (4) aus See gerettet

Hol dir heute 2,1 Millionen

Der Doppeljackpot wartet

Ebola Verdachtsfall in Wien

Mädchen (19) ist negativ!

Mädchen (12) ermordet

"Freundinnen" strafunmündig

Hitzewelle überrollt Europa

Rekordtemperaturen im Mai

Leiche im Faaker See

23-Jähriger tot geborgen