Ende von gratis Transporten?

ÖGK will Kosten senken

(05.03.2026) Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) plant eine umstrittene Änderung im Gesundheitssystem: Ab 1. Mai will die ÖGK die Finanzierung sogenannter Sekundärtransporte zwischen Spitälern streichen. Das bestätigte die Kasse gegenüber der „Kronen Zeitung“. In den Bundesländern sorgt der Plan bereits für Kritik.

ÖGK will Kosten für Spitaltransporte nicht mehr übernehmen

Bei den sogenannten Sekundärtransporten handelt es sich um Patiententransfers zwischen Krankenhäusern, etwa wenn Patienten zur Spezialbehandlung in eine andere Klinik gebracht werden müssen. Nach Angaben der ÖGK wurden diese Transporte bisher zusätzlich über die Kasse abgerechnet. Laut einem eingeholten Rechtsgutachten seien solche Transporte jedoch bereits über die Krankenanstaltenfinanzierung abgedeckt.

„Die ÖGK zahlt jährlich rund sechs Milliarden Euro für Spitäler bundesweit und ist damit einer der größten Nettozahler. Bisher wurden Transporte zusätzlich über uns abgerechnet, obwohl keine Verpflichtung bestand“, erklärte die Gesundheitskasse laut „Kronen Zeitung“.

Im Zuge der Budgetkonsolidierung wolle man diese „Doppelzahlungen“ künftig beenden.

Millionenbetrag betroffen

Wie hoch die Kosten für diese Transporte sind, lässt sich laut Bericht nicht exakt beziffern, weil teilweise direkt mit Rettungsorganisationen abgerechnet wird.

Fest steht jedoch:

  • 2025 gab es österreichweit rund 47.600 Sekundärtransporte
  • Die Kosten beliefen sich auf rund 9,8 Millionen Euro
  • In Niederösterreich wurden etwa 9000 solcher Transporte durchgeführt

Bundesländer überrascht

Für zusätzlichen politischen Zündstoff sorgt, dass die Bundesländer offenbar noch gar nicht offiziell über die Pläne informiert wurden. Der in Niederösterreich zuständige Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) erklärte laut „Krone“, man kenne die Pläne der ÖGK bislang nicht.

„Wenn die Einzelabrechnung der Sekundärtransporte gestrichen wird, gehen wir davon aus, dass dieser Anteil weiterhin über ein anderes Finanzierungsmodell abgegolten wird“, so Kasser.

Patienten sollen nichts merken

Der Landesrat betont, dass medizinisch notwendige Patiententransfers zwischen Kliniken ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung seien. Entscheidend sei daher, dass sich für Patienten nichts ändere, unabhängig davon, wie die Transporte im Hintergrund finanziert werden. Laut Kasser sei in der bisherigen Spitalsfinanzierung nur die Behandlung in den Krankenhäusern abgedeckt – nicht jedoch die Transporte. Dass die ÖGK diese Kosten übernimmt, sei sogar in deren Statuten und auf der eigenen Homepage festgehalten.

Diskussion über Finanzierung des Gesundheitssystems

Der geplante Schritt der ÖGK dürfte daher eine neue Debatte über die Finanzierung des österreichischen Gesundheitssystems auslösen. Offen bleibt vorerst, ob die Länder künftig einen größeren Anteil der Kosten übernehmen müssen – oder ob es doch zu einer neuen Finanzierungslösung kommt.

(fd/apa)

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