Energiewende mit Mini AKW?
Von der Leyen: Nur ein Planet!
(27.04.2026) Berlin / EU – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drängt auf eine grundlegende Neuausrichtung der Energiepolitik: Europa müsse sich mittelfristig von der Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas lösen. Gleichzeitig spricht sie sich für den Ausbau erneuerbarer Energien – aber auch für neue Formen der Kernenergie aus.
EU soll unabhängiger von Öl und Gas werden
Bei einer Klausur der CDU/CSU in Berlin machte von der Leyen deutlich, wie groß die wirtschaftlichen Risiken durch fossile Energieimporte sind. Seit Beginn der Krise im Mittleren Osten habe die EU rund 27 Milliarden Euro zusätzlich für Gas- und Ölimporte ausgegeben, ohne mehr Energie zu erhalten. Diese Entwicklung zeige, wie verwundbar Europa sei. Ziel müsse daher sein, Energie verstärkt selbst zu produzieren. Jede in Europa erzeugte Kilowattstunde sei ein Beitrag zu mehr Stabilität, niedrigeren Kosten und größerer Unabhängigkeit.
Erneuerbare Energien sollen massiv ausgebaut werden
Ein zentraler Baustein dieser Strategie bleibt der Ausbau erneuerbarer Energien. Von der Leyen betonte, dass Energie aus Wind, Sonne und anderen nachhaltigen Quellen nicht nur klimafreundlicher sei, sondern auch langfristig günstiger produziert werden könne.
Parallel dazu investiere die EU weiter in:
- moderne Stromnetze
- Batteriespeicher
- neue Technologien zur Energieversorgung
Mini-Atomkraftwerke als neue Option
Neben erneuerbaren Energien setzt von der Leyen auch auf Kernenergie – insbesondere auf kleine modulare Reaktoren (SMR). Diese gelten als neue Generation von Atomkraftwerken, die flexibler und effizienter eingesetzt werden können.
An dieser Technologie wird derzeit weltweit geforscht, unter anderem in:
- den USA
- China
- Japan
- Kanada
- Südkorea
- Großbritannien
Von der Leyen betonte, dass Kernenergie den Vorteil habe, grundlastfähig zu sein – also konstant Energie liefern zu können, unabhängig von Wetterbedingungen.
Streit um Atomkraft bleibt politisch brisant
Der von ihr geforderte Kurs ist politisch nicht unumstritten. Während konservative Parteien den Einsatz von Kernenergie unterstützen, gibt es insbesondere aus sozialdemokratischen und grünen Lagern Widerstand gegen eine Rückkehr oder Ausweitung der Atomkraft. Von der Leyen plädiert daher für einen technologieneutralen Ansatz: Die EU solle sowohl erneuerbare Energien als auch neue Kerntechnologien fördern, um die Energieversorgung langfristig abzusichern.
(fd/apa)