Integrationsprüfungen

immer weniger bestehen

(18.06.2026) Rückschritte in der Einbürgerung und Integration. Nur fast jede zweite Integrationsprüfung in den Sprachniveaus A2 und B1 wird positiv abgeschlossen. Das Ministerium führt an, dass es an der geringeren Beteiligung, von normalerweis gut abschneidenden, Herkunftsländern liege.

2023 wurden 53 Prozent der A2-Prüfungsantritte positiv abgeschlossen, 2025 waren es dann nur noch 48 Prozent. Bei den B1-Antritten ist ein ähnlicher Trend zu sehen: 2023 war die Quote bei 55 Prozent positiv und 2025 nur noch bei 49. In diesen Zahlen ist nicht berücksichtig, ob die Person erneut antritt und dann besteht, so das Ministerium.

Niedrigerer Bildungsgrad bei Prüflingen

Länder aus denen die Antretenden meist bestehen, sind etwa Ukraine, Bosnien und Herzegowina, Rumänien oder Russland und jene Länder haben in den vergangenen Jahren weniger Prüfungsantritte ausgemacht. Im Gegensatz schneiden Menschen aus dem Irak, Afghanistan oder Syrien nicht so gut ab und jene waren ein großer Teil der Antritte.

Vermehrt ist zu beobachten, dass viele Personen, die zur Integrationsprüfung antreten, vorher in einem Alphabetisierungskurs gewesen sind, was eine besonders große Herausforderung darstellt. Speziell Personen, mit wenig oder ohne formaler Bildung, bräuchten mehr Zeit und mehr Antritte um erfolgreich zu bestehen.

Dazu kommt, dass die Anwesenheit bei den Kurs leicht sinkt. Jene die häufiger im Unterricht dabei sind, haben klarer Weise eine höhere Bestehensquote, so das Ministerium.

Kritik an der Politik

Die Grünen sehen die Verantwortung bei der ÖVP, die seit 1,5 Jahren für die Integration zuständig war. "Die Bilanz ist inakzeptabel", sagt die stellvertretende Klubobfrau Sigrid Mauerer. "Ministerin Bauer investiert ihre Arbeitszeit in lauten Instagram-Populismus statt sich um funktionierende Integrationspolitik zu kümmern und die offensichtlichen Qualitätsdefizite und Missstände beim ÖIF (Österreichischer Integrationsfonds, Anm.) endlich zu beheben.", so Maurer.

10.000 Mal wurden Deutschkurse im Jahr 2025 ohne Entschuldigung abgebrochen. Die Regierung möchte nun eine Integrationspflicht einführen und verschärfte Maßnahmen bei einem Abbruch. Inhalt der geplanten Pflicht soll der Erwerb der deutschen Sprache, Wertevermittlung und Integrationsberatung sein. Bei nicht Erfüllung soll es Sanktionen wie Leistungskürzungen geben. Zuletzt gab es aber Unstimmigkeiten zwischen der ÖVP und der SPÖ.

(APA/SR)

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