Warnung vor Hitze und Baden

Jetzt wird es wieder gefährlich

(18.06.2026) In den kommenden Tagen werden in Teilen Österreichs bis zu 35 Grad erwartet. Die hohen Temperaturen nutzen wohl viele, um sich im Wasser abzukühlen. Dabei ist Vorsicht geboten, warnte der Samariterbund am Donnerstag in einer Aussendung. In Österreich ertrinken jedes Jahr rund 40 Menschen. Die Wasserrettung appellierte an Eltern und Aufsichtspersonen, Kinder nicht aus den Augen zu lassen. Die Caritas eröffnete wieder Rückzugsorte bei Hitze in Wien und Niederösterreich.

Amina Höfinger, Rettungsschwimmerin und Beiratsvorsitzende der Wasserrettung des Samariterbundes Österreichs, betonte in der Aussendung: "Schwimmhilfen wie Flügerln oder Reifen ersetzen niemals die Aufsichtspflicht der Erwachsenen. Lassen Sie Kinder nie unbeobachtet in der Nähe von Wasser spielen. Es reicht nicht, wenn sich Kinder in Hörweite befinden, denn das Ertrinken passiert lautlos." Aber auch Erwachsene sollten vorsichtig sein, da der Körper Zeit brauche, um die eigene Temperatur an die des Wassers anzupassen, hieß es. "Wer bei Hitze ins kühle Wasser springt, riskiert einen Kälteschock, da sich die Adern schlagartig verengen und der Blutdruck rasant stark ansteigt. Wir raten daher dringend, sich abzuduschen, bevor man ins Wasser geht, und danach tauchen Sie am besten nur langsam hinein", informierte Höfinger.

Gefahren von Hitze

Mit den steigenden Temperaturen steigen auch die Belastungen für den menschlichen Körper. Jedes Jahr sterben in Österreich mehr Menschen an den Folgen von Hitze als bei Unfällen im Straßenverkehr, so der Samariterbund. Besonders Ältere, Kinder, chronisch kranke Personen, Menschen, die im Freien arbeiten und Schwangere hätten schon ab 30 Grad mit körperlichen Symptomen zu kämpfen. "Hitzeerschöpfung, Sonnenstich und Kreislaufprobleme sind die häufigsten Folgen - bis hin zu Hitzestau oder Kollaps", informierte Samariterbund-Bundeschefarzt Michael Gruska. Er rief dazu auf, auf Menschen im Umfeld zu achten, ausreichend Wasser zu trinken und bei kritischen Anzeichen die Rettung unter der Nummer 144 zu verständigen. An besonders heißen Tagen werde die Rettung um bis zu 20 Prozent öfter zu medizinischen Notfällen gerufen als im Jahresdurchschnitt.

Klimapaket der Caritas

Die Hilfsorganisation Caritas eröffnete indes wie bereits in den Vorjahren 24 so genannte Klimaoasen in Pfarrgärten in Wien und Niederösterreich. Vulnerable Personen können sich dort abkühlen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Besucherinnen und Besucher erhalten kostenlos kühle Getränke und kleine Mahlzeiten. "Obdachlose Menschen sind der Hitze meist schutzlos ausgeliefert. Und auch Menschen mit niedrigem Einkommen leben oft in beengten, schlecht isolierten Wohnungen und können den extremen Temperaturen kaum entfliehen", wurde Caritasdirektor Klaus Schwertner zitiert. Im letzten Jahr wurden knapp 6.380 Besuche in den Klimaoasen gezählt. Obdachlose werden zudem bei Streetwork-Einsätzen, durch die Verteilung von Hitzepaketen mit Trinkwasser, Sonnenschutz und Sommerschlafsäcken und dem Louisebus zur medizinischen Versorgung unterstützt. Die Caritas forderte einen Nationalen Hitzeplan, der Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit verbindet.

(apa/mc)

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