Kinderbetreuung keine Arbeit?
Kritik an Stocker-Aussage
(07.08.2026) "Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit. Ich würde das nicht als Arbeit sehen“ - dieses Zitat von Christian Stocker, auf die Frage aus dem Publikum zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgtam Freitag für Aufsehen. Auch Grünen-Bundessprecherin Leonore Gewessler und FPÖ-Chef Herbert Kickl reagieren kritisch auf seine Aussage.
96 Stunden Kinderbetreuung pro Woche
Für Aufregung sorgt eine Aussage des Kanzlers auf die Frage einer Besucherin, zur Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Arbeit, die vor allem Mütter oft vor große Herausforderungen und Belastungen stellt. „Frauen leisten im Schnitt 96 Stunden pro Woche unbezahlte Kinderbetreuungsarbeit – ohne Sonntagszuschlag, ohne Wochenende, ohne bezahlten Urlaub“. Immer mehr Frauen entscheiden sich bewusst gegen Kinder, weil die Doppelbelastung von Job und Kinderbetreuung nicht mehr zu bewältigen ist.
„Ich würde das nicht als Arbeit sehen“
So die Antwort des Bundeskanzlers. Für ihn ist die Betreuung von Kindern zu Hause keine Arbeit. „Familie ist nicht in bezahlter Arbeit zu rechnen.." so ein weiteres Statement. Familie sei Verantwortung füreinander, Familie bedeute „Ja“ zueinander zu sagen, Familie bedeute für ihn etwas zu tun, ohne etwas dafür zu bekommen.
Mit dieser Aussage stößt er nicht nur im Allgemeinen auf Ablehnung, auch Grünen-Bundessprecherin Leonore Gewessler reagiert entrüstet. Mütter verdienten keine Verhöhnung sondern eine Entschuldigung, meinte sie auf Bluesky, FPÖ-Chef Herbert Kickl sieht in Stockers Aussage eine "Verhöhnung der Mütter".
Im Rahmen seiner Sommertour macht Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) in der Stadt Salzburg Halt. Für die Diskussion im Saal des Salzburger Hotels Pitter wurde ein Publikum von ausgewählten BürgerInnen, die von Meinungsforscher Peter Hajek ausgewählt wurden, zusammengestellt. Per Handzeichen meldeten sich die 200 Zuhörerinnen und Zuhörer zu Wort. Die Bandbreite ihrer Fragen war umfangreich.
Equal Pension Day
Stockers Aussage kommt in Mitten von Diskussionen über den Pensionsunterschied zwischen Männern und Frauen. Viele Frauen in Österreich können wegen der Betreeung von Kindern ja nicht Vollzeit arbeiten. Das spiegelt sich auch in der Pension wieder. Frauen bekommen im Schnitt um rund 40% weniger Pension als Männer.
(MG)