Klimawandel kommt teuer
Nichtstun kostet noch mehr!
(22.10.2026) Österreichs Plan ist es, bis 2040 klimaneutral zu werden, das kostet aber gewaltig. Jährlich müssten dafür 6,4 bis 11,2 Milliarden Euro zusätzlich in Maßnahmen zum Klimaschutz investiert werden. Das hat der 2025 präsentierte Sachstandsbericht zum Klimawandel gezeigt. Zwar handelt es sich um enorme Summen, in der Wissenschaft hat sich aber gezeigt, dass das Nicht-Handeln deutlich teurer ausfallen würde.
Das hat sich in dem aktuellen Sachstandsbericht des Austrian Panel on Climate Change (APCC) deutlich gezeigt. Durch Hitze, Extremwetter, Belastung der Infrastruktur oder Gesundheitsfolgen entstehen in Österreich jährliche Schäden im Ausmaß von rund zwei Milliarden Euro. Im Rahmen des Forschungsprojekts "COIN 2.0" ist festgestellt worden, dass die Schäden des Nicht-Handelns zwischen 2017 und 2024 bereits Verluste von etwa 3,7 Mrd. Euro jährlich gebracht haben.
Im APCC heißt es, dass die Kosten immens steigen könnten, wenn man den Klimaschutz nicht weiter ausbaut. Bis 2030 könnten sie bei 5,2 Mrd. und bis 2050 sogar auf rund 11 Mrd. Euro anwachsen. Modellrechnungen haben gezeigt, dass Investitionen in den Klimaschutz und Anpassungen langfristig deutlich günstiger sind.
Harald Rieder von der Boku und Co-Vorsitzender des Sachstandsberichts erklärt: "Ein vorausschauender, systematisch geplanter Klimaschutz rechnet sich – ökologisch, wirtschaftlich und sozial."
Nicht-Handeln ist teuer
Auch in einer Studie vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sind die Kosten des Nicht-Handelns in Sachen Klimawandel hoch beziffert worden: Schon Anfang 2024 waren es zumindest zwischen 5,4 und 7,0 Mrd. Euro jährlich.
Laut der Studie wird die Klimakrise auch immer mehr Thema für Zentralbanken. Diese beschäftigen sich vor allem damit, wie sich die Thematik auf öffentliche Budgets übertragen kann. Auch die Frage, welchen Einfluss die Krise auf die Finanzstabilität von Volkswirtschaften nehmen könnte, rückt in den Mittelpunkt.
Auswirkungen des Klimawandels wie häufigere und intensivere Extremwetterereignisse führen häufig zu größeren Schäden an der Umwelt oder Infrastruktur. Ein einzelnes Ereignis ist dabei nicht direkt dem Klimawandel zuzuschreiben. In Summe ist dennoch ein eindeutiger Zusammenhang erkennbar.
Beispielsweise haben Hochwasser im September 2024 das Land laut Wifo-Berechnungen rund 1,3 Mrd. Euro gekostet. Auch durch die extreme Sommerhitze und anhaltende Trockenheit werden dieses Jahr hohe Schadensummen in Österreich erwartet. Die Hagelversicherung beziffert allein die landwirtschaftlichen Schäden, die Anfang August entstanden sind, auf etwa eine Mrd. Euro.
Hochwasser beispielsweise verursachen neben den Schäden der Infrastruktur auch wirtschaftliche Schäden. Wenn Verkehrswege nicht befahrbar sind, können Menschen nicht von A nach B gelangen. Im Fall von Hitze und Trockenheit kommt es zu Übersterblichkeit wegen hoher Temperaturen, einer Reduktion in der landwirtschaftlichen Produktion sowie anderen entscheidenden Faktoren.
Auch Wasserknappheit ist ein Thema
Die Verfügbarkeit von Wasser ist bereits jetzt Thema, besonders im Osten und Südosten von Österreich. Trockenphasen verlängern und intensivieren sich, auch Perioden mit geringem Wasserstand häufen sich. Besonders die Landwirtschaft ist betroffen, hohe Kosten können durch die Auswirkungen auf den Ernteertrag die Folge sein. Die in Österreich stark von Wasserkraft geprägte Stromproduktion muss mit Auswirkungen der geringen Wasserverfügbarkeit kämpfen. Verschiebungen und Ausfälle sind die Folge.
Auch das Gesundheitssystem verzeichnet hohe Kosten, die infolge des Klimawandels entstanden sind. Tropennächte und Hitzewellen bergen vor allem im städtischen Raum ein Gesundheitsrisiko. Die Sterblichkeit erhöht sich und Arbeitsproduktivität sowie Lebensqualität nehmen ab.
Österreichische Temperaturen steigen schneller
In Österreich schreitet die Erderwärmung rascher voran als im globalen Schnitt. Hierzulande liegt die mittlere Lufttemperatur schon bei rund 3,1 Grad Celsius über dem Niveau der vorindustriellen Zeit (1850-1900), das zeigt der Sachstandsbericht.
Rasche und vor allem zielgerichtete Maßnahmen sind erforderlich. Seitens des Berichts heißt es: "Vorsorgender Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen sind auf lange Sicht deutlich kostengünstiger als die Bewältigung der Schäden, die durch die Auswirkungen des Klimawandels verursacht werden."
(apa/ep)