Luchsbestand: Alarm!
Nur mehr rund 30 Tiere
(09.06.2026) Anlässlich des Tags des Luchses am kommenden Donnerstag warnt der WWF vor einer "dramatischen Zuspitzung" der Situation für diese Tierart in Österreich. Laut Monitoring-Daten sei der Bestand auf nur mehr rund 30 Tiere gesunken. Zugleich zeigt der aktuelle FFH-Bericht Österreichs an die Europäische Kommission, dass sich nun auch die bisher größte Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel verschlechtert hat, hieß es in einer Aussendung am Dienstag.
"Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht Österreich den Luchs binnen weniger Jahre regional dauerhaft zu verlieren. Wir müssen die verbleibenden Bestände stützen, Lebensräume besser vernetzen und Wildtierkriminalität konsequent bekämpfen", forderte Magdalena Erich vom WWF. Im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist laut den Angaben von den vier nachgewiesenen Tieren nur noch der dreijährige Luchs Janus noch jung, während drei Luchse bereits ein sehr hohes Alter von 12 bis 14 Jahren erreicht haben. Da Luchse in freier Wildbahn maximal etwa 17 Jahre alt werden, sei dieser Bestand in Gefahr.
Gegenmaßnahmen gefordert
Der WWF fordert daher eine umfassende, fachlich fundierte Bestandsstützung, ein entschlossenes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität sowie eine Raumplanung, die bestehende Lebensräume sichert und besser miteinander verbindet. Zwar konnten Luchse nach ihrer Ausrottung seit den 1970er-Jahren wiederangesiedelt werden. Durch Straßenbau und andere Infrastrukturprojekte würden jedoch die Lebensräume zerschnitten. "Der Austausch zwischen den Beständen bleibt aus, wodurch genetische Verarmung und Inzucht zu einem immer größeren Problem werden", sagte Erich. Zusätzlich bedroht illegale Verfolgung den Fortbestand der Art.
Alle sechs Jahre berichten die Mitgliedstaaten der Europäischen Union über den Zustand der nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geschützten Arten und Lebensräume. Für den Luchs zeichnet der kürzlich aktualisierte Bericht für den Zeitraum 2018 bis 2024 ein alarmierendes Bild. Die alpine Population verharrt weiterhin in einem schlechten Erhaltungszustand. Insgesamt bleibt der Luchs damit in Österreich akut gefährdet.
(apa/mc)