Mehr Arbeitslose in Österreich
Frauen arbeiten länger
(03.06.2026) Die Zahl der Arbeitslosen in Österreich ist zu Jahresbeginn gestiegen. Laut der aktuellen Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria waren im ersten Quartal 2026 rund 301.900 Menschen auf Jobsuche. Das sind um 17.700 Personen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die Arbeitslosenquote lag bei 6,3 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor.
Trotz steigender Arbeitslosigkeit mehr Beschäftigte
Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Erwerbstätigen. Insgesamt waren im ersten Quartal 2026 um 24.800 Personen mehr beschäftigt als im Vorjahreszeitraum.
Der Beschäftigungszuwachs ist laut Statistik Austria vor allem auf zwei Entwicklungen zurückzuführen:
- Mehr Frauen zwischen 60 und 64 Jahren bleiben im Berufsleben.
- Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten steigt deutlich.
Frauen arbeiten wegen höherem Pensionsalter länger
Besonders auffällig ist der Anstieg bei den 60- bis 64-jährigen Frauen. In dieser Altersgruppe gab es innerhalb eines Jahres 20.200 zusätzliche Erwerbstätige.
Die Erwerbstätigenquote der Frauen zwischen 60 und 64 Jahren stieg um 5,4 Prozentpunkte auf 32,2 Prozent. Zum Vergleich: Vor der schrittweisen Anhebung des Frauen-Pensionsalters Anfang 2024 lag dieser Wert noch bei lediglich 18,7 Prozent.
Statistik Austria führt die Entwicklung vor allem auf die laufende Anpassung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für Frauen zurück.
Teilzeit wird wieder wichtiger
Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr gewinnt Teilzeitarbeit wieder an Bedeutung. Der gesamte Beschäftigungszuwachs geht laut Statistik Austria ausschließlich auf Teilzeitstellen zurück.
Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich um:
- 40.200 Personen
Gleichzeitig sank die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um:
- 15.400 Personen
Besonders Frauen arbeiten weiterhin häufig in Teilzeit. Mehr als jede zweite erwerbstätige Frau (50,7 Prozent) ist laut Statistik Austria teilzeitbeschäftigt. Bei Männern liegt dieser Anteil bei lediglich 14,6 Prozent.
Erwerbstätigkeit erreicht fast 74 Prozent
Die allgemeine Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen stieg leicht von 73,5 auf 73,9 Prozent.
Besonders stark legte die Beschäftigungsquote bei den 60- bis 64-Jährigen zu. Mittlerweile sind 40,2 Prozent dieser Altersgruppe erwerbstätig. Das entspricht einem Plus von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Junge Frauen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen
Bei der Arbeitslosigkeit zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Besonders stark stieg die Arbeitslosenquote bei Frauen zwischen 25 und 34 Jahren.
In dieser Gruppe erhöhte sich die Quote auf 7,4 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von 1,9 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres.
Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt
Die aktuellen Zahlen zeigen ein gemischtes Bild am österreichischen Arbeitsmarkt. Zwar steigt die Beschäftigung weiter an, gleichzeitig nimmt aber auch die Zahl der Menschen ohne Arbeit zu.
Vor allem die Zunahme von Teilzeitbeschäftigungen und die steigende Erwerbstätigkeit älterer Frauen prägen derzeit die Entwicklung auf dem österreichischen Arbeitsmarkt. Für viele Arbeitnehmer bleibt die wirtschaftliche Lage dennoch herausfordernd, da die Jobsuche in zahlreichen Branchen schwieriger geworden ist.
(fd/apa)