USA und Iran greifen sich an

Kuwait-Airport beschossen

(03.06.2026) Die Lage im Nahen Osten spitzt sich erneut dramatisch zu. Die USA und der Iran haben sich in der Nacht eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe Anfang April geliefert. Besonders betroffen war dabei Kuwait, wo bei einem iranischen Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait-Stadt mindestens ein Mensch getötet und 63 weitere verletzt wurden.

Raketen und Drohnen treffen Flughafen von Kuwait

Nach Angaben der kuwaitischen Behörden feuerten Irans Revolutionsgarden mehrere ballistische Raketen und Drohnen auf Ziele in Kuwait und Bahrain. Trotz umfangreicher Luftabwehr gelang es mehreren Geschossen, den Flughafen von Kuwait-Stadt zu treffen.

Kuwaits Streitkräfte erklärten, insgesamt 13 Raketen und 17 Drohnen abgefangen zu haben. Dennoch kam es im Passagierbereich von Terminal 1 zu schweren Schäden. Bilder vom Ort des Angriffs zeigten zerstörte Gebäudeteile, Feuer und dichte Rauchwolken.

Der Flughafen stellte daraufhin den Flugbetrieb vorübergehend ein. Zahlreiche Maschinen wurden umgeleitet. Erst Stunden später konnte der Betrieb teilweise wieder aufgenommen werden.

USA schlagen zurück

Das US-Militär erklärte, mehrere iranische Raketen und Drohnen erfolgreich abgefangen zu haben. Zusätzlich seien sogenannte Selbstverteidigungsschläge gegen Ziele auf der iranischen Insel Qeshm durchgeführt worden.

Kurz darauf habe das US-Zentralkommando eine weitere Welle iranischer Drohnen abgewehrt, die auf amerikanische Militäreinrichtungen in Kuwait gerichtet gewesen sein soll.

Auslöser war offenbar Angriff auf iranischen Öltanker

Hintergrund der jüngsten Eskalation dürfte ein Vorfall vom Dienstag sein. Das US-Militär hatte vor der für den Iran wichtigen Ölinsel Kharg einen Tanker gestoppt und nach eigenen Angaben mit einer Rakete außer Gefecht gesetzt.

Washington wirft dem Schiff vor, trotz der amerikanischen Seeblockade einen iranischen Hafen anlaufen zu wollen. Der Tanker habe Warnungen ignoriert und sei deshalb gestoppt worden.

Iran spricht von Vergeltung

Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten die Angriffe auf Kuwait und Bahrain und bezeichneten diese als Vergeltungsmaßnahme.

Ein Militärsprecher erklärte, jede weitere Aggression werde eine noch entschlossenere Reaktion nach sich ziehen. Zudem warnte Teheran die USA davor, die Sicherheit in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz weiter zu gefährden.

Straße von Hormuz bleibt Streitpunkt

Die Straße von Hormuz zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Flüssiggasexporte wird über die Meerenge transportiert.

Seit Beginn des Konflikts kontrollieren iranische Streitkräfte weite Teile der Route. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den iranischen Ölexport einzuschränken. Beide Seiten machen die Kontrolle über die Meerenge zu einer zentralen Bedingung für eine dauerhafte Beilegung des Konflikts.

Trump: Verhandlungen laufen weiter

Trotz der jüngsten Gewalt erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die Gespräche mit Teheran fortgesetzt würden. Ziel bleibe ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges und zur vollständigen Wiederöffnung der Straße von Hormuz.

Mit jedem neuen Angriff wächst jedoch die Sorge, dass die fragile Waffenruhe endgültig scheitern könnte. Die jüngsten Raketen- und Drohnenangriffe gelten bereits jetzt als die schwerste Eskalation seit Inkrafttreten der Feuerpause am 8. April.

(fd/apa)

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