Neuseeland erlaubt MDMA-Einsatz

Droge für Therapiezwecke

(04.09.2026) Neuseeland ist nach Australien das zweite Land weltweit, dass den medizinischen Einsatz von MDMA erlaubt.

Die Arzneimittelbehörde Medsafe hat die Verschreibung der Substanz MDMA für die Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) genehmigt. MDMA ist auch als Partydroge Ecstasy bekannt.

Neuseelands stellvertretender Premierminister David Seymour hat die Entscheidung folgendermaßen begründet: "PTBS zerstört Leben und ist schwierig zu behandeln". MDMA kann laut ihm "sehr wirksam sein bei der Behandlung". Auch die Zulassung von "Magic Mushrooms", den halluzinogenen Pilzen, zur Behandlung von schweren Depressionen hat Seymour unterstützt.

Voraussetzungen für die Therapie

Das neuseeländische Gesundheitsministerium hat erklärt, dass der Einsatz der Substanz zusammen mit einer Psychotherapie erfolgen wird und erst ab 18 Jahren möglich ist. Den Patienten wird nicht erlaubt, die Droge mit nach Hause zu nehmen. Der Einsatz soll "in einem kontrollierten klinischen Rahmen unter der Aufsicht befugter Psychiater" erfolgen.

Bei PTBS handelt es sich um eine psychische Störung, die nach traumatischen Erfahrungen oder Bedrohungen wie sexuellen Übergriffen oder Kampfeinsätzen auftreten kann. 2024 ist der Einsatz von MDMA von der US-Arzneimittelbehörde FDA abgelehnt worden. Begründet wurde es damit, dass es keine ausreichenden Belege für die Sicherheit und Wirksamkeit gibt.

Israelische Studie

Im Vorjahr ist in Israel eine Studie zu Besuchern des Nova-Musikfestivals 2023 veröffentlicht worden, die MDMA zum Zeitpunkt des brutalen Hamas-Angriffs eingenommen haben. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Auswirkungen des Traumas nach dem tödlichen Angriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation bei den Besuchern die MDMA im Körper hatten geringer ausgefallen sind.

(APA/EP)

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