Nierentransplantation
neuer Wirkstoff erhöht Chancen
(30.07.2026) Ein neuer Wirkstoff soll nun die Chancen auf eine erfolgreiche Nierentransplantation erhöhen. Die MedUni Wien hat nun bestätigt, dass sich die Abwehrreaktion gegenüber dem Spenderorgan durch die Immuntherapie reduziert.
Wirkstoff aus der Krebstherapie
Bislang kam der Wirkstoff hauptsächlich bei Immuntherapien gegen Blutkrebs zum Einsatz. Nun zeigt sich aber, dass er auch anderweitig Verwendung findet. Getestet wurde an einem 37-Jährigen, der bereits seit 12 Jahren auf der Warteliste für Spenderorgane steht. Schon 2 Transplantationen hatte er hinter sich, jedoch gab es für ihn keine Aussicht auf eine weitere passende Spenderniere. Sein Körper hat bereits Antikörper gegen Gewebemerkmale von fremden Organen entwickelt. Dieses Phänomen tritt bei 20-30 Prozent der Personen auf der Warteliste auf. Nach der Behandlung mit dem Wirkstoff Teclistamab konnten Nieren, gegen die vorerst eine Abwehrreaktion bestand, als akzeptabel eingestuft und erfolgreich transplantiert werden. Die Nierenfunktion des Patienten ist nun in Ordnung und er braucht keine Dialyse mehr.
Antikörper reduziert
Über 31 Wochen wurde der Patient mit der Immuntherapie behandelt. Dadurch ließ sich in die Produktion der Antikörper eingreifen und die Abwehrreaktion nachhaltig reduzieren. Bisher war immer nur eine kurzfristige Desensibilisierung möglich.
Diskutiert wird in weiterer Folge auch die Möglichkeit der Transplantation von Organen genmodifizierter Schweine. Hierzu sind aber noch weitere Studien notwendig.
(apa/cm)